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Solingen
Den Glauben auf die Straße tragen

Solingen: Den Glauben auf die Straße tragen
Hunderte Gläubige gingen bei der Fronleichnamsprozession der Pfarreiengemeinschaft Solingen-Süd zur Kirche St. Suitbertus an der Glockenstraße. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Gläubige des Pfarrverbandes Katholisch-Solingen-Süd zogen vom alten Hauptbahnhof zur Glockenstraße. Auch die Gemeinden in West beziehungsweise Mitte-Nord feierten Fronleichnam mit einer Prozession. Von Maxine Herder

Als die Kommunionskinder, die die Spitze der Prozession bilden, am Morgen von Fronleichnam auf die Grünewalder Straße biegen, gehen die letzten Gläubigen gerade erst am alten Hauptbahnhof los.

Es ist ein langer Prozessionszug, dem sich am Donnerstagmorgen hunderte Menschen, Junge wie Alte, angeschlossen haben und der sie vom alten Hauptbahnhof, wo der Gottesdienst gefeiert wurde, über die Grünewalder Straße und die Neuenhofer Straße schließlich zur Kirche St. Suitbertus an der Glockenstraße führt: Den Kommunionskindern folgen die Messdiener, gleich dahinter schreitet Dr. Ulrich Sellier, leitender Pfarrer von Katholisch-Solingen-Süd, der unter einem Baldachin das Allerheiligste, Jesus Christus in der Gestalt des Brotes, dargestellt in einer weißen Hostie aus Weizenmehl, trägt.

Ihm folgen die Solinger Stadt Kapelle und schließlich die Gläubigen aus den zum Pfarrverband Süd gehörenden Gemeinden St. Suitbertus Weeg, St. Josef Krahenhöhe, St. Mariä Empfängnis Kohlsberg, die Widderter Filiale St. Maria Königin und St. Martinus Burg.

Es ist das dritte Mal, dass sie Fronleichnam gemeinsam feiern - und sich gemeinsam auf eine Reise begeben, so Pfarrer Dr. Sellier: "In der alten Schalterhalle, in der wir unseren Gottesdienst gefeiert haben, wurden früher Fahrkarten verkauft und haben sich Menschen auf ihre Reise vorbereitet. Auch wir haben eine kleine Reise gemacht, haben mit dem Leib von Jesus Christus eine Wallfahrt zu unserer Kirche gemacht." Jeder Pilgerweg, so Sellier weiter, sei immer auch ein Symbol für die Lebensreise des Menschen. "Wir sind gemeinsam in einen Zug eingestiegen, der symbolisch für den Zug des Lebens steht." In der Gemeinde stößt das auf viel Resonanz: Bis auf den allerletzen Sitz- und Stehplatz ist die alte Schalterhalle am Donnerstagmorgen besetzt, die Gemeindemitglieder stehen bis auf die kleine Terrasse hinter der Halle. Etliche von ihnen feiern dort den Gottesdienst mit. "Scheinbar sind die Gemeindemitglieder dabei zu erkennen, dass es Freude macht, mit allen zusammen eine große Prozession zu feiern. Sie erkennen die Chance im Zusammenhalt, auch wenn es vielen nicht leicht gefallen ist, ihre eigenen Prozessionen aufzugeben", so Dr. Ulrich Sellier.

Denn im Gegensatz zu früher hat in Solingen heute nicht mehr jede einzelne Pfarrgemeinde ihre eigene Prozession: Die Gemeinden des Pfarrverbands Süd haben sich ebenso zusammen geschlossen wie der Pfarrverband West, dem die Gemeinden St. Joseph Ohligs, Liebfrauen Löhdorf, St. Katharina Wald und St. Mariä Empfängnis Merscheid angehören - und der Pfarrverband Mitte-Nord mit den Gemeinden St. Clemens, St. Engelbert Mangenberg, St. Mariä Himmelfahrt Gräfrath und St. Michael Central.

Quelle: RP
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