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Solingen
Der Dickenbusch soll wieder aufblühen

Solingen: Der Dickenbusch soll wieder aufblühen
Die Grünanlage Dickenbusch, nahe der Lutherkirche, wuchert seit Jahren mehr und mehr zu. Die Stadt hat nach einem Ratsbeschluss vom Juli 2010 die Pflege eingestellt. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die innerstädtische Grünanlage hat sich nach Einstellung der Pflege zu einem Schandfleck entwickelt. Die Verwaltung will nun bis August Maßnahmen präsentieren, mit welchem Kostenaufwand etwas verbessert werden kann. Von Uwe Vetter

Von der Treppe in der einstigen Grünanlage Dickenbusch runter zur Kölner Straße ist schon lange nichts mehr zu sehen. Das dicht wuchernde Gebüsch hat auch das Geländer fast bedeckt und lässt nur noch erahnen, dass hier einmal ein Weg vorhanden war. Lediglich der Fußweg von der Katternberger Straße bis zur Kreuzung Kölner Straße ist im Dickenbusch frei zugänglich - vorbei an Müll und unansehnlichen Gestrüpp.

Ein halb abgetragener Bauzaun soll den Weg durch die innerstädtische Grünanlage versperren, über einen Trampelpfad besteht gleichwohl die Möglichkeit, die Anlage zu betreten. Auf eigene Gefahr jedoch, denn seit Jahren wird der Dickenbusch aus Spargründen nicht mehr gepflegt und sieht entsprechend heruntergekommen aus.

Das missfällt mehr und mehr der Politik, die diesen Sparvorschlag der Verwaltung zusammen mit der Aufgabe von anderen Grünanlagen im Jahr 2010 beschlossen hatte. "Ein Schandfleck für die City ist das, eine weitere Verschlimmerung des Zustandes dieses Parks ist nicht hinzunehmen", hatte jüngst Bezirksvertreter Hansjörg Schweikhart (CDU) erklärt. Nach der Bezirksvertretung Mitte hat sich nun auch der Planungsausschuss damit beschäftigt. "Es gibt Einigkeit darüber, den Dickenbusch zu erhalten und aufzuwerten. Wir brauchen innerstädtische Grünanlagen", sagte Dietmar Gaida (Grüne). Seit Juli 2010 ist die Grünanlage geschlossen, die Pflege wurde eingestellt. Aus finanziellen Gründen sieht sich die Verwaltung nicht in der Lage, die Grünanlage langfristig zu erhalten. Ein einmaliger Rückschnitt würde mindestens 3000 Euro kosten, Paten für die Anlage konnten zudem bisher nicht gefunden werden. "Wir wollen nicht die Sparmaßnahme kippen, wir wollen aber Bürger zur Pflege einbinden. Doch dafür müssen wir wissen, was dies konkret kostet", sagte Waldemar Gluch (CDU) im Planungsausschuss. Von daher erwartet er von der Verwaltung endlich einen Maßnahmenkatalog.

Das sicherte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter für die Sitzung nach den Sommerferien im August zu. Denn parteiübergreifend ist es offenbar Wunsch der Politik, die Grünanlage Dickenbusch wieder aufzuhübschen. "Wir müssen ähnlich wie am Parkplatz Weyersberg den Mut haben, eine Fehlentscheidung zu korrigieren", sagte Ulrich Hohn (FBU). Er findet, es müsse möglich sein, "mit wenig Geld etwas zu machen". Und das sollte nicht "auf die lange Bank geschoben werden".

Auch die SPD sieht am Dickenbusch "keine schöne Situation". "Aber eine komplette Rolle rückwärts zu machen und die Schuld auf die Verwaltung zu schieben - das geht nicht", meinte Dr. Kay Zerlin mit Blick auf den früheren Beschluss der Politik. Der Vorsitzende des Finanzausschusses könnte sich indes vorstellen, die Sparmaßnahme Dickenbusch abzusenken beziehungsweise zu streichen. "Dann müsste an anderer Stelle gespart werden", so der SPD-Politiker.

Quelle: RP
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