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Hochwasserschutz in Unterburg
Der Eschbach führt zu viel Wasser

Hochwasserschutz in Unterburg: Der Eschbach führt zu viel Wasser
Betonbauarbeiten sind angesichts des hohen Wasserstandes momentan im Eschbach nicht möglich. FOTO: Köhlen, Stephan
Solingen. Regen- und Schneefälle sind die Ursache für erhebliche Wassermengen im Eschbach in Unterburg. Bauarbeiten geraten ins Stocken. Von Uwe Vetter

Der Wasserpegel ist hoch. Zu hoch, um im Bett des Eschbachs in Unterburg arbeiten zu können. Die großen Rohre, die im Zuge der Bauarbeiten ausgelegt worden waren und die eigentlich das Wasser aufnehmen sollen, reichen nicht mehr aus. "Zu viel Regen und gleichzeitig Schneeschmelze", sagt Patrick Vondung, Projektleiter beim Wupperverband und in Unterburg zuständig für den Hochwasserschutz.

Von Hochwasser redet er angesichts der derzeitigen Wassermengen gleichwohl nicht. "Da muss schon die doppelte Wassermenge ankommen wie jetzt, um von Hochwasser zu sprechen", erklärt Vondung. Die derzeitigen Wassermengen reichen aber aus, um die Bauarbeiten in Unterburg ins Stocken geraten zu lassen. "Arbeiten sind nur eingeschränkt möglich", sagt er. "Wir schauen von Tag zu Tag, wie es weitergehen kann".

Natursteinplatten im Bachbett einzubauen - das geht nicht. Wohl aber können die Bohrfallarbeiten weitergehen. "Diese Arbeiten sind witterungsunsensibel", sagt Karsten Ditscheid, Ingenieur bei den Technischen Betrieben. Die Stadt und der Wupperverband arbeiten in Unterburg "Hand in Hand". Und von den insgesamt 357 Bohrpfählen, die seit Ende Juli mit einem Spezialgerät rund 7,50 Meter und mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern tief in den felsigen Untergrund getrieben werden, sind momentan bereits 335 drin. "Wir sind hier gut vorangekommen, da liegen wir im Zeitplan. Bis Weihnachten", hofft Karsten Ditscheid, "wollen wir damit fertig sein".

Regenwasser, das zukünftig von der Straße in den Eschbach eingeleitet werden soll, muss zunächst gereinigt werden. Dafür wurde unmittelbar vor der Brücke Mühlendamm eine Reinigungseinrichtung, eine sogenannte Sedipipe-Anlage eingebaut, in der sich Grob-und Feinstoffe absetzen. "Die Anlage ist installiert, allerdings ist die Technik noch nicht in Betrieb", sagt Karsten Ditscheid.

Stützwanderneuerung, Straßen- und Kanalbau werden von der Stadt beziehungsweise den Technischen Betrieben erledigt, der Wupperverband ist am Eschbach für den Hochwasserschutz zuständig. Während die Stadt so gesehen für 300 Meter zuständig ist, kümmert sich der Wupperverband um 600 Meter, um den Hochwasserschutz zu realisieren. "Teilweise wird der Eschbach bis zu 1,60 Meter tiefer gelegt", sagt Patrick Vondung. Die Tieferlegungsarbeiten stehen allerdings erst im nächsten Jahr auf dem Arbeitsprogramm, ebenso der Straßenbau.

Die Ortsdurchfahrt Eschbachstraße ist während der täglichen Arbeitszeiten (7 bis 18 Uhr) weiter gesperrt. Das wird voraussichtlich auch noch geraume Zeit so bleiben. Denn sind die Bohrpfähle im Erdreich, müssen noch die Kopfbalken drauf. "Stahlbetonarbeiten und Straßenbau sind ebenso noch zu erledigen", sagt Ingenieur Karsten Ditscheid.

Mit Blick auf das Wetter wollen Wupperverband und die Stadt beim 14,5 Millionen Euro teuren Bauprojekt - für den Hochwasserschutz gibt es 80 Prozent Zuschuss vom Land - nun in den nächsten Tagen überlegen, wie es in Unterburg weitergeht. Und welche Bauarbeiten trotz der Witterungseinflüsse erledigt werden können.

Der Zeitplan sieht eigentlich keine Unterbrechungen vor. Bis Frühjahr / Sommer 2019 sollen die Bauarbeiten inklusive Hochwasserschutz abgeschlossen sein. "Jede Verzögerung verschiebt aber das Ende", sagt Patrick Vondung.

Quelle: RP
 
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