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Solingen
Der Fall Cornelius Gurlitt als Theaterstück

Solingen. Der britische Erfolgsautor Ronald Harwood widmet sich in seinem Theaterstück "Entartete Kunst" einem wahren Fall: Ein älterer Herr namens Cornelius Gurlitt fällt dem bayerischen Zoll bei der Einreise von der Schweiz nach Deutschland auf. Routinemäßige Ermittlungen ergeben, dass er nie einer Arbeit nachgegangen ist, keinerlei Einkünfte besitzt und auch noch nie im Leben Steuern bezahlt hat. Dafür nennt er eine Sammlung moderner Kunst sein Eigen, die er von seinem Vater geerbt hat. Der Kunsthändler und Experten war von den Nationalsozialisten mit der Einziehung sogenannter "entarteter Kunst" beauftragt. Die Werke galten seit Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen. Die Frage ist nun: Wem gehören die Kunstschätze wirklich? Und was passiert mit dem alten Mann, wenn man ihm seine Bilder, mit denen er lebt und die für ihn so etwas wie seine Familie sind, wegnimmt - wenn seine Wohnung ausgeräumt, in seinen Augen die Bilderfamilie deportiert wird und er mit zugeschnürtem Herzen allein bleibt? So endet das Theaterstück von Harwood mit Gurlitts letzter Bitte auf der Bühne: "Vergesst mich nicht" - gerichtet an seine Bilder.

Als Gastspiel des Berliner Renaissance-Theaters ist "Entartete Kunst - Der Fall Cornelius Gurlitt" am Montag, 4. Dezember, um 19.30 Uhr im Solinger Theater zu sehen. Inszeniert hat Torsten Fischer, es spielen Udo Samel, Boris Aljinovic und Ralph Morgenstern. Karten kosten zwischen 14 und 27 Euro.

(red)
 
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