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Solingen
Der Hase erobert Solingen zurück

Kinder erklären: Wie sieht eigentlich der Osterhase aus?
Solingen. Ostern kommt der Osterhase - aber nicht nur der. Sein Vetter, der gemeine Feldhase, ist inzwischen auch wieder in der Region heimisch. Seit Jahren erholt sich der Bestand der Tiere. Von Martin Oberpriller

Hinter ihm liegen harte Zeiten. Doch seit einigen Jahren geht es für den "armen Verwandten" des Osterhasen wieder bergauf - auch in der Klingenstadt. Denn nachdem der Feldhase lange fast ganz von der Bildfläche verschwunden war, ist das Tier mit den langen Ohren nach Solingen zurückgekehrt. Inzwischen sind Hasen wie früher im gesamten Stadtgebiet heimisch.

Was unter anderem daran liegt, dass für das Löffeltier nicht allein an Ostern Schonzeit ist. "Große Hasenjagden gibt es keine mehr", sagt jemand, der weiß, wo der Hase langläuft. Dr. Heinrich Apfelstedt ist Vorsitzender der Kreisjägerschaft Solingen - und in dieser Funktion über den Bestand der Wildtiere in der Region genau im Bilde.

Das bedeuten die Oster-Symbole FOTO: Grafik Ferl

Zwar vermag niemand abzuschätzen, wie viele Hasen über Felder sowie an Waldrändern in der Klingenstadt hoppeln. Aber klar ist: Wo früher kaum noch Platz war für die bis zu 60 Zentimeter großen und an die fünf Kilogramm schweren "Mümmelmänner", da haben sich die Langohren längst neue Lebensräume erobert.

Dabei hat - jetzt zu Ostern - nicht allein der Osterhase Konjunktur. Das Frühjahr ist auch die Hochzeit der Feldhasen. Was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Denn die Tiere paaren sich zurzeit. Die männlichen Hasen kämpfen zunächst um ein Weibchen, indem sie sich mit ihren Vorderpfoten regelrechte Boxkämpfe liefern. Die Tragezeit beträgt dann sechs Wochen. Die Häsinnen bringen pro Wurf bis zu fünf Junge zur Welt. Das stellt die Langohren vor besondere Aufgaben. Zwar müssen ausgewachsene Hasen weder Fuchs, noch Katzen oder Krähen fürchten. Doch die Jungtiere sind durch die Fressfeinde in ständiger Gefahr, was zur Folge hat, dass die "jungen Hüpfer" sehr schnell erwachsen werden.

Die TV-Highlights zu Ostern FOTO: AP/RPO

Und dies gelingt den Tieren in Solingen weitaus besser als etwa in Ostdeutschland. Denn in der hiesigen Gegend besteht eine eher kleinteilige Landwirtschaft. Kein Vergleich jedenfalls zu den riesigen Feldern im Osten, auf denen die Hasen viel weniger Rückzugsmöglichkeiten haben.

Wobei es auch in der Klingenstadt Unterschiede gibt. "Auf der einen Seite benötigt der Hase Brachflächen", sagt Markus Schlösser, Leiter des Forstreviers Ost. Anderseits liebt es "Meister Lampe" warm und trocken, so dass sich im Bereich von Markus Schlösser vor allem die Waldränder in den Wupperbergen als Heimat der Hasen anbieten. Etwas schlechter sieht es hingegen in der Ohligser Heide aus. Dort gibt es nämlich weniger Felder. Und der Waldboden ist zudem eher feucht.

Die Anforderungen, die die Langohren an ihre natürliche Umgebung stellen, sind also durchaus hoch. Aber was heißt schon "natürliche Umgebung"? "Der Hase ist Kulturfolger", erklärt Jäger Apfelstedt - was den Menschen zusätzlich in die Pflicht nimmt. Damit die Rückkehr des Feldhasen nicht allein eine Episode bleibt, gilt es, die in Solingen verbliebene Natur zu erhalten. Das ist auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach bewusst, der - nicht nur, aber auch wegen des Hasen - zum Beispiel die Devise ausgegeben hat, neue Gewerbegebiete möglichst auf alten Industrieflächen auszuweisen. "Umweltschutz ist wichtig", sagt der OB, der eben auch weiß, wo der Hase lang läuft.

Quelle: RP
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