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Solingen
Der IB unterstützt Jugendliche auf dem Weg in den Beruf

Solingen. Vielen Jugendlichen fällt der Einstieg ins Berufsleben nicht leicht. Die Gründe sind vielfältig: fehlende oder schlechte Schulabschlüsse, familiäre Schwierigkeiten oder der Jugendliche ist erst vor kurzem zugewandert und die Deutschkenntnisse sind nicht ausreichend für eine Ausbildungsaufnahme.

Seit jeher ist ein Freiwilliges Soziales Jahr eine Möglichkeit, ohne große Hürden eine Vollzeittätigkeit aufzunehmen, die mehr als Praktikum ist. Hier werden Schlüsselqualifikationen ausgebaut und erste Praxiserfahrungen gesammelt. Als Voraussetzung muss lediglich die Vollschulzeitpflicht erfüllt sein. Viele Freiwillige nehmen nach dem Jahr eine Ausbildung im sozialen Bereich, häufig auch in der Einsatzstelle wie Kitas, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser, auf. Schon seit einigen Jahren besteht die Forderung nach Öffnung der Jugendfreiwilligendienste für die Zielgruppe der sogenannten "benachteiligten" Jugendlichen. Mit dem Projekt "FSJ-Quali", gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), verwirklicht der Internationale Bund (IB) Solingen seit August 2011 ein Konzept, das dieser Forderung in besonderer Weise entspricht.

Insgesamt bis zu 30 Jugendliche im Alter von 16 bis zu 26 Jahren, die mehrheitlich maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, erhalten die Gelegenheit, einen Freiwilligendienst im Bereich der Altenbetreuung und Altenpflege zu absolvieren. Hierbei haben sie die Möglichkeit, eine Zusatzqualifikation zu erwerben, mit der sie als "zusätzliche Betreuungskraft in Pflegeheimen" beschäftigt werden können. Getreu dem IB-Freiwilligendienste Motto "Gewinn für mich - Gewinn für andere" liegen die Vorteile auf der Hand: Senioreneinrichtungen finden auf diesem Wege potenziellen Personalnachwuchs und Jugendliche einen Einstieg ins Berufsleben. Das Projekt ermöglicht eine engmaschige Betreuung der Freiwilligen, die so bei der Durchführung des Dienstes intensiv durch die Mitarbeiter des IB unterstützt werden.

Genau wie ein reguläres FSJ dauert auch das FSJ-Quali zwölf Monate und beinhaltet 25 Seminartage. Jedoch werden die Teilnehmenden von den insgesamt rund 15 Einsatzstellen (Senioreneinrichtungen in und um Solingen) zusätzlich an einem Werktag pro Arbeitswoche für weitere Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote freigestellt. Dies beinhaltet den Besuch des Unterrichts für den Erwerb der "Qualifikation als Fachkraft für Betreuung in der Altenpflege" sowie Bewerbungstraining und sozialpädagogische Einzel- und Gruppenangebote. Regelmäßige Einsatzstellenbesuche garantieren einen engen Kontakt zu den Einrichtungen und den Jugendlichen vor Ort. So sollen vor allem in den Sozialkompetenzen begründete Hindernisse für die persönliche und berufliche Entwicklung aus dem Weg geräumt werden.

Nach fünf Jahren zieht der IB Solingen eine positive Bilanz. Morgen, 7. Juli, wird dies im Industriemuseum gefeiert. Jedes Jahr zeigen Lernstandserhebungen und auch die Rückmeldungen der Einsatzstellen und Teilnehmenden, dass die Jugendlichen das Angebot annehmen und nicht nur in der Praxis erfolgreich sind, sondern auch die Qualifizierung meistern. Viele Ausbildungsverhältnisse sind direkt durch das FSJ-Quali entstanden.

(red)
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