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Solingen
Der kurze Draht zum Verfassungsschutz

Solingen. Remscheid baut einen kurzen Draht zum Verfassungsschutz NRW auf. Ein Mitarbeiter der Verwaltung wird der Behörde künftig als fester Ansprechpartner zur Verfügung stehen. So soll der Austausch über Sicherheitslagen und Hilfe über den Umgang mit potenziellen Gefährdern verbessert werden. Ein entsprechendes Angebot von Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes NRW, nahm Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in der Ratssitzung spontan an.

Freier gab eine Einschätzung über Tendenzen im politischen Extremismus ab. "Sie haben hier von allen Extremismus-Bereichen etwas", sagte er über die Lage im Bergischen Land. Als aktuell größte Gefahr schätzt Freier den gewaltbereiten Islamismus ein. Viele in Deutschland geborene Anhänger des IS kehrten aktuell aus dem Krieg in Syrien nach Deutschland zurück. Damit steige die Zahl der sogenannten Gefährder.

Seit 2015 gibt es in Wuppertal eine Anlaufstelle. Dort bieten drei Experten Ratsuchenden ihre Hilfe an. Die Beratungsstelle steht allen offen, die sich über das Thema informieren möchten oder in einem konkreten Fall Hilfe brauchen. So können Familienangehörige bei "Wegweiser" ebenso nachfragen wie Ausbilder, Lehrer oder Jugendliche selbst. Die Beratungsstelle möchte darüber hinaus Ansprechpartner und Netzwerker für die lokalen Moscheevereine, Schulen, Multiplikatoren oder Träger der Jugendhilfe sein.

Seit dem Putschversuch in der Türkei beobachtet der Verfassungsschutz außerdem eine zunehmende Verlagerung des Konflikts nach Deutschland. Türkische Nationalisten würden Jagd machen auf Kurden und die Anhänger der Gülen-Bewegung. Auch hier steige die Gewaltbereitschaft.

(hr)
 
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