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Solingen
Der Messerexperte aus der Nische

Solingen. Das Wüsthof Dreizackwerk freut sich über ein gutes Geschäftsjahr 2015 und will auch in diesem Jahr weiter wachsen. Vom 12. bis 16. Februar präsentiert das Unternehmen einige Produktneuheiten auf der Konsumgütermesse Ambiente. Von Uwe Vetter

Der Schneidwarenhersteller Wüsthof Dreizackwerk wird auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente vom 12. bis 16. Februar wieder einige Neuheiten präsentieren. So unter anderem den Messerblock Classic Ikon, den das Dreizackwerk auch mit einer gleichnamigen Messerserie mit cremefarbenen Kunststoffgriffen anbietet. "Die Ambiente ist für uns die wichtigste Messe. Dort erwarten wir wieder Firmenvertreter aus aller Welt", sagt Viola Wüsthof. Zusammen mit ihrem Cousin Harald Wüsthof führt sie die Geschäfte des über 200 Jahre alten Familienunternehmens in der siebten Generation.

2015 war ein gutes Geschäftsjahr für das Dreizackwerk. "Wir sind zufrieden", sagt Viola Wüsthof. Vor allem auf dem deutschen Markt sowie in Europa erzielte das 1814 gegründete Unternehmen einen Zuwachs von rund 20 Prozent. "Wir sind gut im Touristengeschäft aufgestellt und haben uns in großen Kaufhäusern wie in spezialisierten Fachgeschäften gut etabliert", sagt Viola Wüsthof mit Blick insbesondere auf größere Städte wie München, Frankfurt, Berlin oder Köln. Hier würden viele Touristen aus Asien Schneidwaren von Wüsthof kaufen.

Auch mit den Absätzen in Asien, Ozeanien und Kanada ist die Geschäftsführerin zufrieden, dagegen schwächelt aber etwas der Hauptabsatzmarkt des Dreizackwerkes. Das sind die USA. "Hier sind wir in den vergangenen Jahren stark gewachsen, jetzt scheint der Markt dort aber etwas gesättigt. Wir haben dort aber unseren Umsatz stabil gehalten", sagt Viola Wüsthof und ergänzt: "Wir exportieren unsere Schneidwaren in 85 Länder." Sie sieht das Dreizackwerk "als Messerexperte aus der Nische". "Wir produzieren und verkaufen Messer und einige Beiprodukte wie beispielsweise Messerblöcke oder moderne Schneidunterlagen oder auch eine Edelstahlseife, die unangenehme Küchengerüche an den Händen schnell wieder verschwinden lässt", sagt Viola Wüsthof. Gegen große Anbieter beziehungsweise Konzerne, die auch durch Zukauf ein breites Sortiment an Küchenprodukten unter anderem auch mit Töpfen und Pfannen anbieten, müsse man sich behaupten. "Unser Fokus liegt stets auf Qualität", betont Viola Wüsthof.

Das gelang im vergangenen Jahr aber ganz gut, und das soll auch 2016 so sein. "Wir gehen von einem Umsatzplus zwischen drei bis fünf Prozent aus", sagt die Geschäftsführerin, die sich auch über Zuwächse über die Vertriebsschiene Versandhäuser und Internet freut.

Produziert werden die Schneidwaren von Wüsthof ausschließlich in drei Werken in der Klingenstadt. Werk 1 ist an der Kronprinzenstraße, die Werke 2 und 3 sind im Lindgesfeld in Gräfrath. Wüsthof steht somit für 100 Prozent Produktion in Solingen. "Wir beschäftigen an unseren drei Produktionsstandorten 340 Mitarbeiter, inklusive Leiharbeiter sind es 386 zum Ende des vergangenen Jahres gewesen", sagt Viola Wüsthof.

Im Einsatz sind beim Schneidwarenhersteller überdies über 100 Roboter. Die Ersten davon wurden bereits 1986 installiert. Ein Schwund bei der Mitarbeiterzahl ist damit nicht einhergegangen - im Gegenteil.

Quelle: RP
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