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Ansichtssache
Der Mühlenplatz ist die einzige Chance für die Galerien

Solingen. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob in das Center neues Leben einzieht - oder ob die Galerien zu einem Schandfleck verkommen. Von Martin Oberpriller

Es war einmal mehr eine schlechte Woche für die Solinger Innenstadt. Mit der Handelskette Adler wird Ende des Jahres ein weiteres Geschäft aus der City verschwinden, ohne dass für den unteren und mittleren Teil der Hauptstraße die Aussicht auf eine nachhaltige Besserung bestehen würde.

Was indes für das obere Ende der Fußgängerzone nicht gelten muss. Denn dort besitzt Solingen in Gestalt des Mühlenplatzes ein sprichwörtliches Pfund, mit dem sich durchaus wuchern ließe - wie am zurückliegenden Wochenende zum Beispiel das Festival "Solingen Karibisch" deutlich unter Beweis gestellt hat.

Nachdem die Veranstaltung im Vorjahr auf dem Neumarkt noch eine eher traurige Angelegenheit gewesen war, kam bei der Rückkehr an alte Stätte eine prima Stimmung auf, weil eben das Ambiente passte. Nicht zu groß und nicht zu klein - der Mühlenplatz mit dem Rondell an den Clemens-Galerien gab einen idealen Rahmen ab. Und könnte diese Rolle in Zukunft weit öfter einnehmen, wenn jetzt in Sachen Einkaufscenter endlich die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Deshalb richten sich in diesen Tagen viele Augen auf den neuen Investor der Galerien, dem wohl erst nach und nach klar geworden sein dürfte, welche Verantwortung er mit dem Einstieg in die Mall für ganz Solingen übernommen hat. Und dass er nun in Kürze liefern muss. Tatsächlich ist seit dem ersten Auftreten von Dr. Jochen Stahl in der Klingenstadt vor sieben Monaten noch nicht viel geschehen. Die zuletzt geäußerte Kritik ist also berechtigt - zumal unter der Woche bekannt wurde, dass das Center bisher nicht mal den Eigentümer gewechselt hat.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass der Investor mit den nahezu leeren Galerien ein undankbares Erbe angetreten hat. Sicherlich, das wusste Stahl vorher. Doch ändert dies nichts an der Tatsache, dass er - nach dem Fiasko des gescheiterten Outlet-Centers - handelstechnisch verbrannte Erde zu bearbeiten hat.

Es führt kein Weg daran vorbei: Die einzige Chance, die der Investor besitzt, besteht darin, die Galerien als Center mit Hilfe des attraktiven Mühlenplatzes zu revitalisieren. Diese Marschrichtung hat Dr. Stahl zuletzt noch einmal gegenüber unserer Redaktion angekündigt. Alle anderen Nutzungen scheiden aus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es am oberen Ende der Hauptstraße wieder aufwärts geht.

Quelle: RP
 
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