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Solingen
Der Rote Faden der Zeichnungen ist gerissen

Solingen. Ihre letzte große Einzelausstellung hatte Rosalinda Sasse-Olsen, die nach langer schwerer Krankheit am 11. April verstorben ist, 2009 in der Galerie SK in den Güterhallen. Gisela Elbracht-Iglhaut vom Kunstmuseum ermutigte damals die Künstlerin, ihre Zeichnungen einmal ganz anders zu präsentieren - ungerahmt als große Collage direkt auf der Wand. Die kleinformatigen Zeichnungen waren allerdings miteinander sichtbar verknüpft. Durch einen über die Wände gespannten Roten Faden.

Denn auch wenn Rosalinda Sasse-Olsen sich in ihren oftmals sehr humorvollen Zeichnungen mit sicherem Strich unterschiedlichen Themen widmete, ihre wunderbaren Papierarbeiten waren immer auch Selbstbefragungen. Und ihre Anlässe meist privater Natur. Wie auch ihr letzter Zyklus von Zeichnungen, in dem sie ihre eigene Krankheit thematisierte.

2006 entstand die Serie "WM" - beim Schauen von Fußballspielen der Weltmeisterschaft. Von einer Reise nach Nepal in das Reich der Götter, Geister und Dämonen brachte Sasse-Olsen eine zeichnerische Dokumentation schamanischer Heilrituale mit nach Hause.

Sasse-Olsen wurde 1967 in Soltau geboren. Nach einer Ausbildung als Graveurin und einem Studium der Illustration und Buchkunst an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg lehrte sie seit 1995 am Technischen Berufskolleg Solingen im Bereich Typografie, Medien-, Metallgestaltung und Druckgrafik. 2003 wurde sie Mitglied des Vereins der Solinger Künstler, deren Vorstand Sasse-Olsen auch einige Jahre angehörte. Seit 2008 war die Künstlerin zudem Dozentin für Visualisierung in der Moderation der Universität Koblenz/Landau.

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