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Solingen
Der Tanz wird zum Lebenstraum

Solingen: Der Tanz wird zum Lebenstraum
An die faszinierenden Arbeiten von Pina Bausch erinnerte der Tanzabend. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Das Seniorentanztheater Wuppertal faszinierte bei der Premiere von "Gazhebo" durch eine eindrucksvolle Ensembleleistung. Von Wolfgang Günther

Seit einem guten Jahr trifft sich in Räumen der Volkshochschule regelmäßig eine Gruppe älterer Menschen aus Solingen und probt unter Anleitung des Regisseurs Marcus Grolle und der Tänzerin Renate Kemperdick für das Projekt "Solinger Tanztheater 55+". Zum Gastspiel des Wuppertaler Seniorentanztheaters kamen etwa 200 Besucher, darunter auch viele Teilnehmer des Solinger Tanzprojektes.

"Ich habe mich sehr gefreut, dass ich damals beim Casting erfolgreich war. Die Aufgabe macht mir großen Spaß", meinte die Solinger Tänzerin und Schauspielerin Elke Küller. "Und jetzt möchte ich mal sehen, wie das die Wuppertaler auf die Bühne bringen" Dass der Saal, in dem die Truppe aus der Nachbarstadt ihre Premiere von "Gazhebo" feierte, den Namen von Pina Bausch trägt, freut den künstlerischen Leiter und Choreographen Claudio li Mura ganz besonders. "Pina ist mein Vorbild, der Leitstern meiner Arbeit", hatte der Regisseur im Vorfeld der Aufführung erzählt.

Der Tanzabend erinnerte dann auch stark an die faszinierenden Arbeiten von Pina Bausch, obwohl durchaus eigenständige Choreographien zu sehen waren. Beeindruckend war die hohe Professionalität der Vorstellung. Neben der Leistung der Seniorentanztruppe zogen auch projizierte Bilder, einfallsreich ausgesuchte Musik und viele Kostümwechsel die Zuschauer in ihren Bann.

Wunderschön anzusehen war das erste Bild, das im Verlauf des Abends nicht übertroffen wurde. Aus einem Meer von Pflanzen wachsen in feinen Bewegungen Hände, dann Arme und der ganze Mensch vereinigt sich mit der Natur. Das Tanztheaterstück trägt den Fantasienamen "Gazhebo". Etwa 25 Senioren ab 55 Jahren tanzen im Ensemble, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Immer neue Formationen bilden sich, auf ausdrucksstarke und perfekt synchron getanzte Massenszenen folgen berührende, intime Momente zwischen den Tänzerinnen und Tänzern, dazu einzelne Tänzer in sich versunken.

Der Choreograph Claudio li Mura will in seinen Tanzstücken das Leben feiern und gleichzeitig die Lebenserfahrung älterer Menschen widerspiegeln. Das ist ihm in "Gazhebo" hervorragend gelungen: Der Tanz wird zum Lebenstraum der Mitwirkenden. Eine Aufführungsdauer von etwa zwei Stunden ohne Pause forderte allerdings nicht nur die Tänzer bis an ihre Grenzen, sondern stellte auch die volle Aufmerksamkeit des Publikums deutlich auf die Probe.

Nach der Premiere in Solingen ist "Gazhebo" am Samstag, 28. November, in der Neandertalhalle in Mettmann zu sehen, und im Mai 2016 im Wuppertaler Opernhaus. Die Aufführung des Solinger Seniorentanztheaters ist am 27. Februar 2016 im Pina-Bausch-Saal des Theater- und Konzerthauses zu erleben.

www.seniorentanztheater.com

Quelle: RP
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