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Solingen
Der Tier- und Vogelpark wird 90 Jahre alt

Solingen: Der Tier- und Vogelpark wird 90 Jahre alt
Der Nasenbär fühlt sich in seinem neuen Gehege wohl. FOTO: Kempner (4), Köhlen, Mertens
Solingen. 1927 von einem Kanarien-Verein gegründet, feiert der Tier- und Vogelpark Solingen ab heute seinen 90. Geburtstag - über die Pfingstfeiertage bis einschließlich Montag. An der ursprünglichen Vogelschutz-Warte hat sich vor allem nach dem Krieg viel verändert. Von Laura Mertens

1948 kamen erste Säugetiere und ein Kiosk hinzu, denn Vögel allein zogen nicht genug Besucher an. Ab 1958 ging man über die heimischen Grenzen hinaus und präsentierte auch Vögel aus Übersee. Über die Jahre wurde der Tierbestand nach und nach exotischer.

Auch Luchse gibt es im Ohligser Tierpark. FOTO: Kempner Martin

Aber auch in jüngerer Vergangenheit hat sich einiges getan. Tierpflegerin Janett Heinrich erinnert sich: "Vor 13 Jahren, als ich hier angefangen habe, gab es über 400 Tiere, und der Park war in einem eher desolaten Zustand." Aktuell sind es nur noch 300 Tiere, die aber artgerecht gehalten werden. Darunter sind etwa 90 verschiedene Arten. Nach den harten Zeiten der Insolvenz (2006) geht es nun bergauf. "Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer hätte es nicht geklappt", sagt Heinrich. Nicht nur, dass sich die allgemeine Parkpflege deutlich verbessert hat. Es gibt jetzt auch eine Besucherhütte für Kindergeburtstage und neue Geräte auf dem Spielplatz. Drei Mal täglich finden Schaufütterungen statt. Führungen für Schulkassen werden an Wünsche oder Themen gezielt angepasst und altersgerecht gestaltet. Dafür steht nun mehr Personal zur Verfügung. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von zwei auf sechs.

Zukünftig stehen noch einige Projekte wie der Bau der Ara-Voliere und die Renovierung des Vogelhauses an. Dafür werden Spenden benötigt. Ein weiteres Ziel ist es, die Führungen für Schulklassen im Rahmen einer Zooschule spezifisch an den Lehrplan anzupassen. "Wir wollen ein Bindeglied zwischen dem Biologie-Unterricht und der Allgemeinbildung schaffen", sagt Heinrich. Dabei soll immer Theorie mit Praxis verbunden werden. So sollen die Kinder zum Beispiel die Möglichkeit zum Mikroskopieren bekommen. Bisher kommen wöchentlich Schul-AGs vorbei und lernen über Tierpflege und Tierschutz. Was sich die Mitarbeiter neben der Verwirklichung dieser Projekte sonst noch wünschen: "Dass der Park noch weitere 90 Jahre und länger erhalten bleibt."

Die Schnee-Eule versteckt sich meistens. Nachwuchs gab es erst vor kurzem bei den Kängurus. Die Schnee-Eule versteckt sich meistens. Nachwuchs gab es erst vor kurzem bei den Kängurus. FOTO: Kempner Martin

Bis dahin wird aber erstmal gefeiert. Täglich ab 11 Uhr findet Programm für Groß und Klein statt. Ein Schmied und ein Leder-Verarbeiter zeigen, wie man Messer herstellt, ein Gaukler sorgt für gute Laune. Wer sich nicht für Messer interessiert, kann einen Zauberstab schnitzen. Für die Kinder gibt es Spiele wie Enten-Angeln und Wett-Melken. An allen drei Tagen findet zudem ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Gardetanz bis hin zu Konzerten von Schulorchestern und Bands statt. Besonderheit sind die historischen Zeitungsartikel und das "Goldene Buch", die ausgelegt werden und die Entwicklung des Parks dokumentieren.

Das Highlight ist aber der Nachwuchs bei den Schafen und bei den Schildraben. Auch das junge Känguru macht seine ersten längeren Entdeckungsreisen außerhalb des Beutels seiner Mutter. Für die Verpflegung ist ebenfalls gesorgt. Zahlreiche Stände mit Pommes, Grillfleisch, Kuchen, Bier und Wein bieten etwas für jeden Geschmack. Und den Vogelparkkalender für 2018 gibt es schon jetzt käuflich zu erwerben.

Die Stinktiere werden oft mit Abstand beobachtet. Das begehbare Ziegengehege ist ein Blickfang. Die Stinktiere werden oft mit Abstand beobachtet. Das begehbare Ziegengehege ist ein Blickfang. FOTO: Mertens Laura
Quelle: RP
 
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