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Dagmar Becker
Dezernentin seit 100 Tagen im Amt

Solingen. Dagmar Becker ist seit dem 1. Februar Beigeordnete für Jugend, Schule, Integration, Kultur und Sport bei der Stadt Solingen. Am 10. Mai sind seitdem 100 Tage vergangen. Das ist Anlass für ein Gespräch, für einen Rück- und Ausblick.

Wie war der Start?

Becker Ich habe mich auch als Dezernentin schnell wieder zu Hause gefühlt. Schließlich habe ich fast mein ganzes berufliches Leben - mit Ausnahme des letzten Jahres beim Ministerium - in Solingen verbracht - seit 1986. Seit 1987 wird gespart. Diese Situation kenne ich also gut.

Was war überraschend?

Becker Überrascht war ich nicht. Ich war gut auf das vorbereitet, was auf mich zukommt. Und es hilft sehr, dass ich mich in der Stadt und in der Verwaltung gut auskenne.

Wie sieht Ihr Ausgleich vom Arbeitsalltag aus?

Becker Ich gehe dreimal pro Woche schwimmen, um fit zu bleiben. Und ich arbeite daran, möglichst einen freien Tag am Wochenende zu haben. Der sollte sein, um leistungsfähig zu bleiben. An der regelmäßigen Mittagspause - außerhalb meines Büros - arbeite ich ebenfalls noch. Im Moment bleibt es oft beim Butterbrot am Schreibtisch.

Was ist Ihr Ziel?

Becker Ich möchte acht Jahre lang gute und fundierte Arbeit leisten. Nach inzwischen 100 Tagen bin ich sehr zuversichtlich, dass mir das gelingt.

Mit Blick auf Ihre Aufgaben und Ressort. Wie sieht es im Schulbereich aus?

Becker Ich unterstütze die Umsteuerung "Sparen durch Investieren". Es ist ja bekannt, dass wir bei den städtischen Gebäuden, auch den Schulen, einen großen Sanierungsstau haben und inzwischen auch mit Schadstoffen in den Räumen zu kämpfen haben. Neubauten statt immer neue Sanierungsansätze können da die ökonomisch wie ökologisch sinnvollere Lösung sein. Wir bringen einen Schulentwicklungsplan auf den Weg, um den Raumbedarf an Schulen - auch für die nächsten Jahre - zu ermitteln. Damit lässt sich dann weiterarbeiten. Er schließt direkt an den Kita-Bedarfsplan an. Das Schöne an meinem Ressort ist, dass vieles inhaltlich zusammengehört: Schule, Jugend, Integration, Kultur und Sport. Wir freuen uns darüber, dass Solingen wieder wächst. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen gute Rahmenbedingungen für ihr Leben hier vorfinden. Und das werden wir schaffen.

Und im Bereich Jugend?

Becker Die Kostenreduzierung bei Hilfen zur Erziehung muss gelingen, ohne den Anspruch an eine angemessene Versorgung aufzugeben. Das Projekt dazu ist auf dem Weg sowie auch die Kindergartenbedarfsplanung.

Integration?

Becker Eine große Herausforderung ist das Thema Neuzuwanderung. Zurzeit gibt es 19 Seiteneinstiegsklassen an Schulen. Hier müssen wir gemeinsam - auch mit der Bezirksregierung - geeignete Konzepte entwickeln. Außerdem arbeitet die neu eingerichtete Steuerungsgruppe Integration mit vielen relevanten Akteuren an der Entwicklung von Schwerpunkten für die Stadt.

Kultur und Sport?

Becker Solingen hat eine wirklich tolle Kulturlandschaft, aber das darf gerne noch bekannter werden. Ich denke an die Kulturnacht: Großartig, und an die letzte Eigeninszenierung in Kooperation mit der Kölner Hochschule, ich war begeistert. Die Bergische Kooperation kann durchaus noch verstärkt werden, warum sollte eine Inszenierung aus Wuppertal nicht auch in Solingen gezeigt werden? Die Sportvereine mit ihren mehr als 30.000 Mitgliedern leisten viel für unsere Gesellschaft, weil sie für Zusammenhalt sorgen und die Gesundheit fördern. Die Zusammenarbeit im Sport ist sehr gut, etwas, das wir pflegen und weiter entwickeln.

(red)
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