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Solingen
Dickenbusch: Land sieht gute Chancen

Solingen: Dickenbusch: Land sieht gute Chancen
Die Martin-Luther-Straße wird von vielen Autofahrern genutzt, um die Innenstadt zu umfahren. Dafür ist die Straße aber nur bedingt geeignet. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Das Verkehrsministerium kann sich eine Förderung der geplanten Kreisel ab 2020 vorstellen. Die Stadt will demnächst entsprechende Gespräche führen. In der Politik ist das Projekt umstritten. Ein Beschluss von 2013 steht aber weiter. Von Uwe Vetter und Martin Oberpriller

Es ist eine Nachricht, auf die tausende Autofahrer in Solingen seit Jahren gewartet haben. In der NRW-Landesregierung werden die Chancen, den seit 2013 beschlossenen Doppel-Kreisverkehr am Dickenbusch am Südrand der Innenstadt in absehbarer Zeit doch noch zu realisieren, als durchaus gut eingeschätzt. So war jetzt nämlich aus dem Verkehrsministerium zu hören, dass die Maßnahme in der Klingenstadt augenblicklich "für das Programmjahr 2020 eingeplant" sei.

Im Klartext: Stellt die Stadt einen neuen Förderantrag, könnte in wenigen Jahren eventuell mit dem Umbau d er Kreuzung Dickenbusch begonnen werden. Aus diesem Grund will Stadtdirektor Hartmut Hoferichter schon in den kommenden Wochen zur Bezirksregierung Düsseldorf fahren, um mit den zuständigen Fachdezernenten die genauen Förderbedingungen des Landes zu besprechen.

Eine Linksabbiege-Möglichkeit am Dickenbusch kann den City-Verkehr entlasten. Beschlossen wurden hier schon vor Jahren zwei Kreisverkehre. FOTO: Martin Kempner

Denn diese haben sich zuletzt geändert. Hatte es zwischen den Jahren 2014 und 2016 zu Zeiten der rot-grünen Landesregierung noch geheißen, der Erhalt von Straßen stehe vor Neubauten, sieht die aktuelle CDU- / FDP-Regierung das mittlerweile anders. Nun können auch Neubauprojekte wieder mit Geld aus der Landeshauptstadt rechnen, wenn sie nur eine "spürbare Verbesserung" des Verkehrsflusses versprechen.

"Würde sich bei dem Treffen mit der Bezirksregierung ergeben, dass wir mit dem Dickenbusch gute Chancen haben, gefördert zu werden, würden wir sodann eine entsprechende Informationsvorlage für die Politik vorbereiten", umriss Stadtdirektor Hoferichter gestern das weitere Vorgehen. Wobei sich bereits heute abzeichnet, dass das Thema in den Gremien wohl noch zu hitzigen Diskussionen führen dürfte.

So zeigte sich die Solinger CDU am Mittwoch ausgesprochen erfreut über die neue Entwicklung. "Das ist eine gute Wendung", sagte beispielsweise der christdemokratische Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs. Und der CDU-Landtagsabgeordnete Arne Moritz, der ebenfalls im Planungsausschuss sitzt, unterstrich seinerseits die Bedeutung des Projekts Dickenbusch. "Als CDU wollen wir nicht nur den Park Dickenbusch, sondern auch die Verkehrssituation verbessern", betonte Moritz, der forderte, eine "Förderung zu beantragen". Arne Moritz: "Die beiden Kreisverkehre sind eine attraktive Verkehrsführung".

Weniger Begeisterung herrscht hingegen bei der SPD. Deren Fraktions-Geschäftsführer Wolfgang Schreiber gab vielmehr zu bedenken, dass momentan noch nichts sicher sei. Ferner sei aber auch zu berücksichtigen, dass sich der Verkehr in der City seit Eröffnung des Hofgartens im Herbst 2013 eingependelt habe. Darum gelte es zunächst, alle Aspekte neu zu bewerten, zumal der städtische Eigenanteil nicht mehr im Haushalt stehe, so Schreiber auf Anfrage.

Tatsächlich ist das Thema in der SPD seit Jahren umstritten. In der Fraktion wollen die meisten keinen Umbau der Kreuzung", beschrieb ein Insider der Partei am Mittwoch die Stimmungslage unter den Sozialdemokraten. Was in der CDU wiederum kaum jemand nachzuvollziehen vermag.

"Der Beschluss von 2013 hat jedenfalls Bestand", stellte Planungsausschuss-Chef Bernd Krebs noch einmal klar. Er will den Dickenbusch deshalb bei der Sitzung des Planungsausschusses im März auf die Tagesordnung setzen, derweil Arne Moritz betonte, die zwei Kreisel seien immerhin auch "als Ersatz für die Westtangente (Innenstadt-Umfahrung) vorgesehen" gewesen. Wichtig sei es jetzt, so die CDU, bei weiteren positiven Signalen vom Land den städtischen Eigenanteil in den kommenden Jahren im Etat zu berücksichtigen.

Zumal es im Rathaus ebenfalls Stimmen gibt, die mit dem Doppelkreisel große Hoffnungen verbinden. So würde ein Umbau am Dickenbusch nicht nur endlich ein Linksabbiegen Richtung Friedrichstraße ermöglichen, sind sich die Verkehrsexperten in der Verwaltung sicher. Vielmehr wäre auch eine Entlastung der Lutherstraße sowie der Kirschbaumer Straße zu erwarten - und das Omega-Gelände würde aufgewertet.

Quelle: RP
 
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