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Solingen
Die Bezüge zu Meistermann sind erkennbar

Solingen: Die Bezüge zu Meistermann sind erkennbar
Die Glasfenster im alten Finanzamt, das derzeit leer steht. FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Dr. Justinus Marie Calleen zum Fund eines möglichen Glaskunst-Fensters des in Solingen geborenen Künstlers. Von Michael Tesch

Nicht nur Dr. Rolf Jessewitsch, der Direktor des Solinger Kunstmuseums, zeigte sich vergangene Woche überrascht von dem Fund eines möglichen Glasfensters von Georg Meistermann (1911-1990) in einer Kiste im Keller des ehemaligen und seit März 2013 leerstehenden Finanzamt-Gebäudes an der Goerdelerstraße. Auch Dr. Justinus Maria Calleen, Enkel und Nachlassverwalter des in Solingen geborenen Künstlers, freute sich über den Fund.

Entdeckt worden war das Fenster von Jessewitsch im Rahmen seiner Suche nach den Originalscheiben des über mehrere Etagen reichenden Meistermann-Fensters im Treppenhaus des Gebäudes. Das 52 Quadratmeter große Fenster hatte der Künstler 1956 für das Gebäude entworfen. 1992 waren die Original-Scheiben gegen von der Glasmalerei Gossel (Lahntal) neu angefertigte, witterungsbeständigere, ausgetauscht worden. Derzeit läuft die Suche, wo die Originale eingelagert sind. Jessewitsch hoffte, die Scheiben im Keller des Gebäudes zu finden. Die Suche vor Ort war zwar vergebens, doch dafür fand er in einem kleinen Durchgangsraum eine Holzkiste mit einem kleinen Fenster, das der Museumsleiter nach kurzer Begutachtung spontan Meistermann zusprach.

Zwar konnte Justinus Maria Calleen das im Keller entdeckte Fenster noch nicht persönlich in Augenschein nehmen, doch aufgrund des Fotos, das die Morgenpost in ihrer Samstag-Ausgabe veröffentlicht hatte, gab das Vorstandsmitglied der "Georg-Meistermann-Gesellschaft" in Wittlich jetzt eine Stellungnahme ab. "Ich konnte durch das Foto einen ersten, oberflächlichen Eindruck gewinnen. Das sind keine losen Scheiben, sondern ein in einem Rahmen montiertes Glaskunst-Fenster, das offensichtlich als eigenständige Arbeit als architektonisches Fenster eingebaut worden war", erklärt Calleen. Eine Zuordnung zum Werk Meistermanns sieht der Kunsthistoriker durchaus gegeben: "Rein formalästhetisch lassen sich hier Bezüge erkennen, die meiner Meinung nach auf Georg Meistermann hindeuten." Calleen betont aber, dass dies eine erste Einschätzung ohne Gewähr sei, da er das Fenster noch nicht im Original gesehen habe.

Auch in der Sache der Original-Scheiben des Treppenhausfensters an der Goerdelerstraße äußerte sich Calleen: "Ich kann nur sagen und nachdrücklich empfehlen - ich wiederhole mich in dieser Sache schon seit längerem -, dass die Stadt Solingen wirklich alles daran setzten sollte, den vollständigen Georg Meistermann-Fensterbestand des Finanzamtes für sich zu sichern. Das ist eine sehr gute und eine sehr wichtige Arbeit von Georg Meistermann. Die sollte man nicht so einfach weggeben."

Quelle: RP
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