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Solingen
Die Bilder erzählen von einem sehr bewegten Leben

Solingen. Als sie sieben Jahre alt war, erkannte der Künstler Erwin Bowien bereits ihr Talent und sagte ihr, sie könne nur Malerin werden. Mit zwölf Jahren verkaufte sie ihre ersten Bilder. Erwin Bowien blieb ihr wichtigster Lehrer. "Er hat mit mir auch über die so verpönte Moral in der Kunst gesprochen", verrät Bettina Heinen-Ayech. Er wollte keine Kunst, die nur das Negative im anderen erwecke, Kunst sei etwas Erhebendes. Diesen Einfluss sieht man Bettina Heinen-Ayechs Bildern an. Sie sind farbenfroh, sprühen vor Lebendigkeit, erwecken Freude und eine heitere Leichtigkeit. "Ich liebe das Leben", erklärt sie aus vollem Herzen. Von Sandra Grünwald

Seit 1963 lebt sie in Guelma im Nordosten Algeriens, wo sie der Liebe wegen hinzog. Jetzt ist sie für eine Ausstellung in ihrer Geburtsstadt Solingen zu Besuch. Unter dem Titel "Bettina Heinen-Ayech erzählt aus ihrem bewegten Leben" stellt die Galerie Gecko in den Güterhallen über 30 überwiegend neuere Werke der 78-jährigen Künstlerin aus. Landschaften, Blütenmotive, Portraits geben Einblick in ihre Sicht der Welt. Es sind die ungewöhnlichen Dinge, die sie reizen. Ungewöhnliches in der Natur - "Ich liebe die Sahara, es gibt nichts Schöneres" - und die ungewöhnlichen Handlungsweisen der Menschen. Zahlreiche Auszeichnungen hat sie erhalten. "Vom algerischen Staat habe ich eine Medaille bekommen für meine Kunst, aber auch dafür, dass ich immer wieder den Mut habe, über Algerien zu sprechen, und den Terrorismus nicht mit dem Islam gleichsetze." Denn Bettina Heinen-Ayech schätzt den Islam sehr.

Viele Schüler hat sie in der Zwischenzeit begleitet und vier davon hat sie auf einem Bild verewigt, das ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Jeder Künstler sitzt vor seinem eigenen Bild. "Das war eine Herausforderung, ohne Foto und ohne Vorzeichnen die vier Menschen zusammen zu bringen", gibt Bettina Heinen-Ayech zu. Doch es waren die Künstlerfreunde, die ihr 1968 zum großen Durchbruch verholfen haben, als sie ihre erste Ausstellung im Kunstverein in Algier hatte. Inzwischen ist die Künstlerin eine lebende Legende. "Auf dem Flughafen in Lyon hat mich ein in Tücher gehüllter Wüstensohn angesprochen und gefragt, ob ich die Legende Bettina sei", erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Den Menschen, die ihr wichtig sind, begegnet man in ihren Bildern wieder. Genauso der Schönheit unterschiedlicher Landschaften, die Bettina Heinen-Ayech mit ihren Aquarellfarben einfängt, wie die eindrucksvolle Küstenlinie Teneriffas. "Mein Leben ist die Malerei", sagt die Künstlerin und so erzählt sie mit Pinsel und Farbe in einer Sprache, die alle Menschen verstehen. Die Ausstellung mit Bildern von Bettina Heinen-Ayech ist bis zum 5. Juni in der Galerie Gecko zu sehen.

Quelle: RP
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