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Solingen
Die Herausforderung wurde mit Bravour gemeistert

Solingen. Als "Herausforderung" hatte Regisseur Manfred Dort bei der Probe den Entschluss bezeichnet, das Stück "Außer Kontrolle" von Ray Cooney aufzuführen, das 1990 zur besten englischen Komödie gekürt worden war. Es war ein kluger Entschluss, sich dieser Herausforderung zu stellen, denn die Theatergesellschaft Wohlgemuth hat diese Herausforderung mit Bravour gemeistert. Von Ulrike Kohl

Bruno Arnold als der Staatsminister Willey hat von Anfang an alles im Griff. Er erwartet in einem Hotel seine Gespielin, die Sekretärin des Oppositionsführers (Sylvie Wester-Stamm), und eigentlich steht einem Schäferstündchen mit Champagner und Kaviar nichts im Wege. Wenn nur nicht dort im Fensterrahmen eine Leiche liegen würde. . .

Die "Leiche" verschwindet kurzerhand im Schrank, weil der misstrauische Hotelmanager (stark: Tobias Müller) auf der Suche nach einem Einbrecher das Zimmer inspiziert. Aber wie kann man sich aus der Affäre ziehen? Willeys Sekretär George muss her, und mit ihm eine Lösung. Dann kommt George: Elegant mit Anzug, Fliege, Aktentasche und gegelten Haaren, wirkt er zunächst etwas trottelig. Das legt sich allerdings im Laufe des Stücks, und Karl-Heinz Stamm steigt in der Rolle zur Hochform auf. Die Handlung wird immer turbulenter, besonders als der Ehemann der Freundin auftaucht (Thomas Stock), auch die Ehefrau, Lady Willey (Rosi Müller), will ihren Mann überraschen. Phantasie ist gefragt, und Willey hat reichlich davon.

Manfred Dort konnte mit seinem Ensemble zufrieden sein, und das Publikum hat sich köstlich amüsiert. Die meisten Lacher bekam außer Karl-Heinz Stamm wohl der Zimmerkellner (Jan Stöcker). Er erwies sich im Laufe der Handlung als ziemlich brauchbar, ließ sich jedoch jeden Handgriff gut bezahlen und war nach den Worten von Willey am Schluss wohl der reichste Mann im Hotel. Nils Jung spielte die vermeintliche Leiche. Es war ihm immer nur ganz kurz gegönnt, zu den Lebenden zurückzukehren, bevor er erneut in Bewusstlosigkeit verfiel. Zum Ende kam dann Birgit Schöning als Pflegerin von Georges Mutter, und endlich war für George die Welt ganz in Ordnung.

Die Komödie trägt ihren Namen zu Recht, die Schauspieler überzeugten mit tollem Spiel und die Zuschauer in der voll besetzten Merscheider Cobra geizten bei der Vorstellung nicht mit Szenenapplaus für die herrlichen Wortspiele. Lang anhaltender Beifall belohnte die Akteure am Ende für einen wirklich schönen Abend.

Quelle: RP
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