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Solingen
Die Kunst der Niederländer bei Gecko

Solingen: Die Kunst der Niederländer bei Gecko
Klaus Gehrmann präsentiert in seiner Galerie im Südpark aktuell drei niederländische Maler. Im Hintergrund: Werke von Ellen de Jongh. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Galerie Gecko präsentiert unter dem Titel "NL hoch 3" Landschaftsmalerei von drei niederländischen Künstlern. Von Güdny Schneider-Mombaur

Die Niederlande haben eine lange kunsthistorische Tradition, besonders in der Gattung der Landschaftsmalerei. Das nordniederländische Barock zum Beispiel brachte eine Fülle hochspezialisierter Maler hervor und der Kunsthandel blühte. Genauso wegweisend ist der Anteil der niederländischen Kunst zu Beginn der Moderne. Ob und wie dieses kunsthistorische Erbe zeitgenössische Maler aus den Niederlanden noch heute prägt, kann man exemplarisch an drei Künstlerpersönlichkeiten ablesen, die derzeit in der Galerie Gecko in den Güterhallen ihre Bilder und Zeichnungen zeigen. "Ellen de Jongh, Martin Neijman und Bob Kemper sind Künstler, die eng mit der Galerie verbunden sind und einzeln schon mehrfach bei uns ausgestellt wurden," erläutert Galerist Klaus Gehrmann.

Ellen de Jonghs großformatige farbstarke Acrylbilder wirken auf den ersten Blick rein abstrakt, sind jedoch, wie auch das informative Video zur Arbeitsweise zeigt, emotionsgeladene Manifestationen ihrer Reiseeindrücke von Vulkanen auf Lanzarote oder den Canyons in Amerika. "Passion for Nature" - die Leidenschaft für Natur ist ihr vordringliches Thema.

Die Liebe zur Natur, insbesondere zur typisch flachen holländischen Landschaft, findet sich auch in den Aquarellen und Tafelbildern von Martin Neijman aus Amsterdam. Seine beiden Miniaturen, ein Seestück mit Segelschiffen und intensiven Wolkenformationen und ein Winterbild, stehen ganz im Nachhall großer kunsthistorischer Vorbilder. Das Ölbild "Winter in Holland" weckt geradezu augenfällig Erinnerungen an Hendrik Averkamps detailverliebte Schlittschuhläufer-Motive auf zugefrorenen holländischen Gewässern. Neijmans spanische Dorfansichten mit Windmühlen und Sonnenblumen verweisen den Betrachter in Farbe und Duktus auf Vincent van Gogh.

Bob Kemper aus Rotterdam, mit 80 Jahren der älteste der ausstellenden Künstler, hat sich über lange Jahre dem Verhältnis von Industrie und Natur verschrieben. Geometrische Facetten brechen seine Bildflächen kaleidoskopartig auf. Architekturfragmente, Brückenkonstruktionen, Strommasten und Naturelemente verschränken sich. Geometrische Liniaturen und dynamische Farbflächen evozieren expressiv-futuristisch Bewegung. Interessant auch die aktuellen Arbeiten des Künstlers von 2015/16. Das Bildmotiv - die Kopfweide - ist in der Kunst der Niederlande ein durchaus tradiertes. Es findet sich etwa prominent in Rembrandts Radierung "Der Hl. Hieronymus bei dem Weidenstumpf" von 1648. Die grafische Umsetzung Kempers jedoch spielt mit Leerraum und detaillierter Linienverdichtung. Er deutet Blattwerk um zu fantastischen figurativen Elementen. Mit Fineliner fabuliert der Zeichner und gibt dem bekannten Motiv ein neues Gesicht.

Klaus Gehrmann ist mit der Resonanz auf seine Themenausstellung sehr zufrieden. "Die Vielfalt künstlerischer Ansätze kommt beim Publikum gut an. Und auch der zur aktuellen Ausstellung erstellte Katalog soll Tradition werden."

Quelle: RP
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