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Hans Knopper
"Die Leute sollen das Haus berührt verlassen"

Hans Knopper: "Die Leute sollen das Haus berührt verlassen"
Hans Knopper feierte am 1. November 30-jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt Solingen. Als Leiter des Kulturmanagements begleitet er die Planungen zum Kindertheater. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Leiter des Kulturmanagements und Theater und Konzerthauses ist mit der Entwicklung des Kindertheaters zufrieden.

"Des Kaisers ganz neue Kleider" heißt das neue, nunmehr zehnte Stück des Kindertheaters unter der Ägide des Stadtensembles beziehungsweise Regisseurs Michael Tesch. Auf was können sich die Kinder freuen ?

Knopper Auf richtig schönes Theater. Es wird eine Geschichte erzählt, bei der am Ende die Wahrheit herauskommt, obwohl man das ganze Stück den Eindruck hat, dass da vieles nicht stimmt.

Sind Sie wieder als Statist dabei?

Knopper Nein.

Bei welchen Stücken haben Sie denn mitgewirkt?

Knopper Bei zwei Stücken, weil ich neugierig war. Bei einer Aufführung - das war 2008/09 "Der Sturm" - kam mein Stichwort nicht. Es war ziemlich schwierig, mich danach im Stück wieder zurechtzufinden. Das war eine interessante Erfahrung. Aber es hat geklappt. Bei "Till Eulenspiegel - die neuen Abenteuer" habe ich den Nachtwächter gespielt. Das muss ja auch einer machen.

Vor rund zehn Jahren, als die Ära von Siegfried Grote mit den Eigeninszenierungen und dem musikalischen Kinderstück zu Ende ging, haben Sie für beides ein neues Konzept aufstellen müssen. Allein schon aus finanziellen Gründen. Zum einen entstand das Kindertheater, zum anderen die neue Struktur im Musiktheater. Was war und ist Ihr Anspruch?

Knopper Ich möchte, dass die Leute das Haus berührt verlassen. Beispielsweise, wenn sie eine Oper besucht haben und im Nachhinein von einem großen Opernabend reden, da sie emotional komplett hineingezogen waren. Bei Kinderstücken ist das anders. Hier wird das Stück in der Gruppe zum Erlebnis. Kinder haben auch das Bedürfnis, sofort in die Handlung eingreifen zu wollen.

Das Ensemble Profan war mit Radar und Klavier sehr erfolgreich im Kindertheater unterwegs. Warum kam letztlich das Stadtensemble zum Zuge ?

Knopper Siegfried Grote hatte Kinderopern mit Musik und Gesang an erster Stelle im Programm. Wir wollten eher auf die Linie des Schauspiels gehen. Das Ensemble Profan war dafür personell aber zu klein, um ganz große Stücke zu besetzen.

Was haben Sie unternommen?

Knopper Wir haben überlegt und bei anderen Kulturschaffenden in Solingen nachgefragt. Bei der Theatergesellschaft Wohlgemuth und den Bühnenspielen Höhscheid. Der damalige Oberbürgermeister Franz Haug hat sie alle an einen Tisch geholt - so wurde das Stadtensemble aus der Taufe gehoben, das schon 2004 mit dem "Galgenrecht" in der alten Zollhalle im Südpark eine Aufführung hatte. Hierfür wurde das Ensemble aus Mitgliedern des Ensembles Profan, der Bühnenspiele Höhscheid und der Theatergesellschaft Wohlgemuth gegründet und Michael Tesch mit der Leitung betraut. Die erste Inszenierung eines Kinderstücks wurde mit William Shakespeares "Sommernachtstraum" 2007/08 vom Stadtensemble auf die Bühne gebracht.

Immer wieder waren ja Finanzkrisen die Ursache, sich Neues einfallen zu lassen.

Knopper Ja. Solingen ist eine Großstadt, kann sich aber ein eigenes Ensemble nicht leisten. Es gibt aber viele, die für die Kultur brennen. Von daher ist es unser Ziel, etwas zu gestalten mit dem, was vorhanden ist.

Die Vorstellungen des Kindertheaters sind fast immer ausverkauft. Woran liegt das ?

Knopper Die Stücke sind sehr kindgerecht und ereignisreich. Michael Tesch und einige Schauspieler gehen vor den Aufführungen auch in die Schulen und machen vor Ort Werbung für die Stücke. Sie stellen in den Klassen beziehungsweise Schulen das Stück vor und kommen auch nach den Stücken, um noch offen gebliebene Fragen zu beantworten.

Sind Sie mit der Entwicklung des Kindertheaters zufrieden?

Knopper Ja, sehr. Aber man kann es noch weiterentwickeln.

In welche Richtung?

Knopper Uwe Dahlhaus hat die letzten Stücke auf Grundlage bekannter Geschichten neu erzählt, umgeschrieben und neue Schwerpunkte gesetzt. Schüler aus den Klassen eins bis vier sitzen im Publikum - und diese Mädchen und Jungen muss man auf unterschiedlichen Ebenen erreichen. Es muss also etwas für die ganz Kleinen dabei sein und die, die schon weiter sind. Eine Weiterentwicklung kann es auch auf musikalischer Ebene geben, beispielsweise, wenn die Aufführungen durch Jazz-Musik begleitet werden.

Gilt Ihre Zufriedenheit auch für das Musiktheater ?

Knopper Ja, aber gemessen an den Besucherzahlen war ich nicht zufrieden mit den Aufführungen der selten gespielten Oper "Die Milde des Titus" von Mozart. Hier hatte ich mehr erwartet, aber das Publikum hat unseren künstlerisch guten Ansatz nicht honoriert.

Was erwartet die Theaterbesucher hier im kommenden Jahr?

Knopper Das Land des Lächelns - eine Operette. Wir hoffen, mit diesem Stück die Besucher neu verführen zu können.

UWE VETTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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