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Solingen
Die Meister der Karten unter sich

Solingen. Die "Mauerjungs" begrüßten Skatbrüder aus dem ganzen Bundesland. Von Alexander Riedel

Die Besucher hatten sich schon an die Tische gesetzt, plauderten mit ihrem Nachbarn, schlurften Kaffee oder studierten die Flyer auf dem Tisch, als Klaus Drunk von den "Solinger Mauerjungs" mit der Teilnehmerliste den Raum betrat und in strengem Tonfall die Namen der Anwesenden aufrief.

Die Gespräche endeten abrupt, jeder suchte den richtigen Platz - und kurz danach waren volle Konzentration und Ruhe gefragt: Wer bei einer Skatmeisterschaft an eine launige Runde denkt, die in rauchgeschwängerter Atmosphäre zwischen Bier und Korn die Karten auf den Tisch "kloppt", irrt sich gewaltig. "Man kann die Turnierspiele nicht mit privatem Skatspiel vergleichen", betonte Uwe Hofbauer. Der Unterschied liege darin, dass ein Turnierspieler ganz andere Schlüsse aus dem aufgelegten Blatt seines Gegenübers ziehen könne, als das bei der lockeren Kartenspielrunde in der Kneipe der Fall sei.

Der 55-Jährige muss es wissen: Bereits vor 40 Jahren spielte Uwe Hofbauer Skat mit den Schulkollegen, auf Wettbewerbsebene ist er seit sieben Jahren aktiv. "Ein sehr guter Spieler hat mir das wirkliche Skat beigebracht", erklärte Hofbauer, während er auf den Beginn der Turniers im Schachzentrum Solingen wartete.

Insgesamt 76 Spieler aus ganz Nordrhein-Westfalen, und damit 30 mehr als zuletzt, hatten sich dort auf Einladung der "Solinger Mauerjungs" eingefunden, um die 14. Solinger Skatmeisterschaft auszuspielen. "Es gab zu diesem Zeitpunkt keinen vergleichbaren Wettbewerb in der Nähe", erklärte Ingo Kopernok, selbst erfolgreicher Skatspieler im Verein "Böse Buben Solingen". Er kümmerte sich bei der Meisterschaft an Fronleichnam unter anderem um die Verpflegung der Teilnehmer.

Gespielt wurde in drei Serien à 48 Partien. "In diesem Modus kann jeder gewinnen", betonte Hofbauer, der auch bereits bei Deutschen Meisterschaften teilnahm und einen starken 32. Platz unter den 800 Teilnehmern erreichte. An drei bis vier Turnieren nehme er pro Woche teil, berichtete er. Ebenfalls erfolgreich betreibt Birgit Hoffmann den Denksport. Sie behauptete sich gegen die deutliche zahlenmäßige Übermacht von Herren im Alter ab 50 Jahren. "Mein Opa hat damals meinen Cousins und mir Skat, Schach und Doppelkopf beigebracht", erzählte Hoffmann, die seit 2014 Mitglied im Solinger Verein "Böse Buben" ist - und bereits Turniere für sich entscheiden konnte.

Den ersten Platz in der Einzelwertung belegte schließlich Helmut Bronckhorst, der mit 4177 Punkten deutlich vor Thomas Meesen und Norbert Heikamp lag. Als beste Teilnehmerin eines Solinger Vereins landete Anni Hiob auf Rang vier. Den Tandem-Titel gewann das Duo Heikamp / Nowack.

Quelle: RP
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