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Solingen
Die Nachwuchssorgen der Feuerwehr

Solingen. Die Freiwillige Feuerwehr hat einige Maßnahmen vorgeschlagen, mit der die Rahmenbedingungen attraktiver gestalten werden sollen. Zu den Prioritäten gehört die Anpassung der seit 14 Jahren unveränderten Aufwandsentschädigung. Von Guido Radtke

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr müssen kurzfristig parat stehen, wenn ihre Hilfe gefragt ist. "Wenn der Melder geht, sind wir zum Einsatz verpflichtet", sagt Markus Reinshagen, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Solingen. So wie am Samstagvormittag in der Schule Zweigstraße, die gemeinsam mit Helfern der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet worden ist. "So beeindruckend funktioniert Feuerwehr", lobte Oberbürgermeister Norbert Feith im Rahmen der offiziellen Eröffnung des neuen Gerätehauses der Löschgruppe 7 in Wald.

Bei einem Rundgang durch das neue Gebäude wurde ein Grundproblem deutlich: Die Freiwillige Feuerwehr in Solingen hat Nachwuchssorgen. Die Einheit in Wald zählt 31 ehrenamtlich tätige Mitglieder (darunter eine Frau), in den Umkleideräumen sind jedoch viele Spinde für die Dienst- und Ausgehkleidung unbenutzt. "Seit dem Wegfall des Wehrdienstes und damit auch des Ersatzdienstes fehlen uns die Leute", erklärt Reinshagen. Um die Mitarbeit und die Rahmenbedingungen in der Freiwilligen Feuerwehr attraktiver zu gestalten, hat deren Hauptvorstand einige konkrete Vorschläge erarbeitet und im Frühjahr der Verwaltung vorgelegt. Im jüngsten Hauptausschuss hat die Politik erstmals über die Prioritätenliste beraten.

Rund 50 Feuerwehrleute haben der Sitzung in Uniform beigewohnt. "Es war uns ein Anliegen zu zeigen, dass wir geschlossen hinter unseren Vorschlägen stehen", betont Markus Reinshagen. Ein Zeichen, das angekommen ist. "Der Saal wäre nicht derart gefüllt, wenn der Schuh nicht drücken würde", erkannte Tim Kurzbach. Der SPD-Fraktionsvorsitzende warnte vor möglichen Folgekosten, wenn zusätzliche Berufskräfte eingestellt werden müssen, weil die Sicherheit in Solingen nicht mehr durch ausreichend ehrenamtliche Feuerwehrleute gewährleistet sei. Carsten Voigt (CDU) sah es genauso: "Dort, wo sich Menschen im Extremfall für uns aufopfern, darf nicht gespart werden".

Die Aufwandsentschädigung, die monatlich gezahlt wird, ist mit 13,29 Euro übersichtlich. "Im Jahr 2001 ist der damalige Betrag von 25 Mark lediglich in Euro umgerechnet worden, seitdem ist er unverändert", erklärt Markus Reinshagen. "Wir wünschen uns, dass der Zuschuss auf ein angemessenes Niveau angehoben wird." Als weitere Maßnahmen sind die Ausrüstung mit einer zusätzlichen Arbeitshose, die Anhebung der Pauschalzuschüsse und die Erhöhung der Ausbilderhonorare genannt - mit möglichen Zusatzkosten von mindestens 56 000 Euro.

Am Ende der politischen Generaldebatte stand uneingeschränkte Zustimmung, die Freiwillige Feuerwehr zu unterstützen. Allerdings wartet in jedem Fall ein bürokratisches Hindernis, auf das Ralf Weeke aufmerksam machte. Der Kämmerer gab zu bedenken, dass zusätzliches freiwillige Ausgaben nur dann genehmigt werden können, wenn an anderer Stelle eingespart werde. "Die Freiwillige Feuerwehr genießt jedoch eine Sonderrolle. Nur weil Freiwillig drauf steht, muss nicht Freiwillig drin sein." Weeke erklärte sich bereit, auf Wunsch eine Veranschlagung im Haushalt sicherzustellen.

Quelle: RP
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