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Solingen
Die Narren sind an der Macht

Solingen: Die Narren sind an der Macht
Um 11.11 Uhr überreichte Oberbürgermeister Tim Kurzbach Prinzessin Daniela I. den Rathausschlüssel. Sie übernahm die Macht. Auch Prinz Michael I. hatte nicht viel zu sagen. FOTO: Kempner (3), Oberpriller (4), Vetter (3)
Solingen. Der Straßenkarneval läuft. Hunderte Jecken waren an Altweiber dabei, als Oberbürgermeister Tim Kurzbach im Walder Schlauch den Rathausschlüssel an Prinzessin Daniela I. übergab. Durch das Programm führte dort erstmals Norbert Kinkel. Von Uwe Vetter und Martin Oberpriller

Die Solinger Politik-Prominenz hatte sich in karnevalistische Schale geworfen. Blau-gelber Schal, auf der Brust prangten Orden - so wie bei Bürgermeister Ernst Lauterjung, der gestern im Walder Schlauch zum Auftakt des Straßenkarnevals mit einigen hundert Solingerinnen und Solingern Altweiber feierte. Und dort zudem seinen Freund Axel Hawranke traf - den Prinzenführer. Aber auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach, "verkleidet" mit Narrenkappe und Orden, war auf der Bühne der Solinger Morgenpost/Rheinische Post im Walder Schlauch erschienen.

Gleichwohl hatte das Stadtoberhaupt der Klingenstadt nicht lange etwas zu melden. Wie im Übrigen auch Karnevalsprinz Michael I. zunächst einmal eher eine Nebenrolle einnahm. Denn schließlich hatten an diesem Vormittag traditionell Prinzessin Daniela I. sowie die anderen Möhnen das Sagen in Wald übernommen und es natürlich vor allem auf den Rathausschlüssel des OB abgesehen. Es half also alles nichts. Pünktlich um 11.11 Uhr musste sich Tim Kurzbach - unter dem Beifall der Narren - vom "Schlüssel zur Macht" trennen, der nun bis zum Ende der tollen Tage in den Händen der Prinzessin liegen wird.

Die Garde Rot-Weiß zeigte gleich zu Beginn spektakuläre Tanzeinlagen. Prinz Michael I. sorgte mit dem Fassanstich dafür, dass die Narren keinen Durst bekamen. Die Garde Rot-Weiß zeigte gleich zu Beginn spektakuläre Tanzeinlagen. Prinz Michael I. sorgte mit dem Fassanstich dafür, dass die Narren keinen Durst bekamen. FOTO: Martin Oberpriller

Derweil schritt Prinz Michael I. kurze Zeit später zum Fassanstich, damit die Karnevalisten bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein miteinander anstoßen konnten. Wobei selbst die empfindlich frostigen Temperaturen der Stimmung nicht anzuhaben vermochten. Denn den Verantwortlichen war es in diesem Jahr erneut gelungen, bis zum späten Nachmittag im Schlauch ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen, so dass sich die vielen bunt kostümierten Jecken einfach warm schunkelten.

Die Garde Rot-Weiß, das Männerballett Himmelsfunken, die Garde Blau-Weiß, die Schiwa-Tanzgruppe und Peter Welter, um nur einige der Showauftritte zu nennen, heizten den Narren in gewohnt gekonnter Manier ein. Wobei es dann doch noch eine Neuerung gab. Mit Norbert Kinkel übernahm nämlich erstmals ein neuer Moderator die Aufgabe, durch das Programm zu führen.

Willy Weber wurde für seine Verdienste um den Karneval mit Orden geehrt. FOTO: Martin Oberpriller

Kinkel löst Bühnen-Urgestein Willy Weber ab. Der Büttenredner und Moderator hatte über drei Jahrzehnte die Veranstaltung mit seinen Witzen begleitet. Als besondere Auszeichnung erhielt er am Donnerstag darum nicht allein den Orden des Oberbürgermeisters, sondern auch den des Prinzenpaares und überdies einen großen Präsentkorb.

Dass es Willy Weber immer noch spielend versteht, die Frauen im Walder Schlauch an Weiberfastnacht auf seine Seite zu ziehen, bewies der mittlerweile 80-Jährige, als er dann noch einmal eine Kostprobe seines Humors gab. "Ich freue mich, unter den schönsten Frauen von Solingen zu sein. Die sind immer im Walder Schlauch", rief Weber den Möhnen entgegen, die es ihm mit einem dreifach kräftigen "Solig lot jonn" dankten. Seinem Nachfolger Norbert Kinkel wünschte Willy Weber alles Gute. "Der macht das gut", urteilte der Ex-Moderator zum Abschied und war sich in dieser Einschätzung mit allen anderen Narren in Wald einig.

Beste Stimmung herrschte, trotz eisiger Temperaturen, unter den "Wievern" im Walder Schlauch. FOTO: Vetter Uwe
Quelle: RP
 
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