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Solingen
Die Solinger Industrie schwächelt

Solingen: Die Solinger Industrie schwächelt
"Die Solinger Industrie schwächelt", sagt IHK-Präsident Thomas Meyer. FOTO: Moll (Archiv)
Solingen. Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer schnitt die Klingenstadt am schlechtesten ab. Von Uwe Vetter

Seit sieben Jahren gestaltet sich die Konjunktur im Bergischen gut. Auch wenn es zwischendurch einige Aufs und Abs gegeben hat. Die jüngste Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht die Unternehmen weiter überwiegend auf der Sonnenseite. "Die Stimmung ist außergewöhnlich gut und sie wird auch in der weiteren Zukunft so bleiben", sagte gestern IHK-Präsident Thomas Meyer und ergänzte: "Die bergische Wirtschaft scheint auf dem konjunkturellen Höhepunkt angekommen zu sein." Die Geschäftslage im Bezirk Wuppertal, Solingen, Remscheid hat mit einem Indexwert von 48 einen Rekordwert seit 2010 erreicht.

Thomas Meyer geht indes nicht davon aus, dass nach sieben fetten Jahren nun sieben magere Jahre folgen. Dafür gebe es keine Anzeichen. Denn aktuell bewerten 52 Prozent der befragten 514 Unternehmen mit insgesamt 23.300 Beschäftigten ihre Geschäftslage als gut. Weitere 44 Prozent sind zufrieden "und nur vier Prozent sprechen von einer schlechten Geschäftslage", sagte Meyer. Umsätze und Ergebnisse hätten sich nicht nur seit der Umfrage zu Jahresbeginn, sondern auch gegenüber dem Vorjahr verbessert. "Es wird investiert - auch in die Erweiterung der Kapazitäten."

Aber längst nicht alle Unternehmen im Bergischen sind aktuell und mit Blick in die Zukunft rundherum glücklich. "Die Solinger Industrie schwächelt", sagte Thomas Meyer, "auch der Einzelhandel ist leicht ins Negative gerutscht". Nach Angaben der IHK ist die Entwicklung der Geschäftslage in der Solinger Industrie von einem Indexwert 36 zu Jahresbeginn nun auf 17 abgesackt. Dagegen konnte Wuppertal seinen hohen Wert von 54 Punkten halten, Remscheid aber verbesserte sich von 19 auf satte 59. Unter dem Strich ergibt sich somit ein Indexwert von 48 für den Kammerbezirk. "Die Solinger Industrie ist anders aufgestellt als die in Remscheid oder Wuppertal. In Solingen gibt es viele Unternehmen mit 20 bis 80 Mitarbeitern. Allein die Schneidwarenbranche stellt 20 Prozent der Beschäftigten", erklärte der IHK-Präsident. Und weil offenbar in der Schneidwarenbranche Stimmung und Geschäftslage momentan nicht so gut sind wie noch zu Jahresbeginn, habe sich der Indexwert vermindert. Er liege aber weiter im positiven Bereich. Eine andere Richtung ist in Remscheid zu beobachten, wo die gute Konjunktur einiger größerer Firmen schon ausreicht, um den Indexwert in die Höhe schnellen zu lassen. "Die Werkzeugindustrie boomt zurzeit", sagte IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch. Er ist zuständig für den Geschäftsbereich Starthilfe und Unternehmensförderung - darunter fallen Wirtschaftspolitik, Steuern, Finanzen und Kreditwirtschaft. Remscheid hatte im Vergleich der drei Großstädte bislang die "Rote Laterne" bei der Geschäftslage. Die konnte nun an Solingen weitergegeben werden.

Von der neuen Landesregierung erwartet die IHK, dass sie Straßen, Brücken und Gewerbeflächen im Blick hat. "Das sind wichtige Standortfaktoren für die Unternehmen", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Thomas Wängler, Verkehrsexperte der IHK, würde sich wünschen, wenn die neue Landesregierung mehr in die Landesstraßen investieren würde. Das hätten bislang die Grünen verhindert, und die SPD habe deshalb "die Straßen verlottern lassen".

Quelle: RP
 
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