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Ansichtssache
Die Solinger stehen sich vor allem selbst im Weg

Ansichtssache: Die Solinger stehen sich vor allem selbst im Weg
FOTO: Kempner Martin
Meinung | Solingen. Mit der Sommerparty gibt die Stadt eine tolle Visitenkarte ab. Es ist an der Zeit, dass das endlich alle merken - und auch ihren Beitrag zum Erfolg leisten. Von Martin Oberpriller

Zugegeben, das Wetter lud am gestrigen Freitag beim Startschuss zur diesjährigen Sommerparty noch nicht wirklich zum Feiern ein. Aber einmal abgesehen davon, dass die Aussichten für dieses Wochenende zumindest ein bisschen besser daherkommen als der Regen der zurückliegenden Tage, war der Auftakt von Echt.Scharf.Solingen durchaus vielversprechend.

So vermittelten die Musikfans, die sich gestern zur Premiere auf dem Neumarkt eingefunden hatten, ein anderes Bild, als es viele Solinger für gewöhnlich von ihrer Stadt zu zeichnen pflegen. Von jener depressiven Stimmung, die recht häufig über Solingen zu liegen scheint, war jedenfalls, trotz eher bescheidener wettertechnischer Rahmenbedingungen, nichts zu spüren - zumal bis morgen noch viele Tausende auch von außerhalb in die Klingenstadt kommen werden.

Und ob's der Solinger glaubt oder nicht: Diese Besucher werden keinen schlechten Eindruck von der Stadt mit nach Hause tragen. Denn neben Musik zuhauf gibt es morgen überdies einen verkaufsoffenen Sonntag, bei dem sich viele Gäste davon überzeugen können, dass die Solinger City keineswegs schlechter ist als zum Beispiel die Innenstädte von Remscheid oder Hilden.

Um es deutlich zu sagen: An dieser Stelle geht es mitnichten darum, negative Entwicklungen, von denen es weiß Gott genug in Solingen gibt, zu negieren. Aber gleichzeitig muss festgehalten werden, dass es die Macher der Sommerparty nunmehr im elften Jahr schaffen, die Klingenstadt positiv in die Schlagzeilen zu bringen. Und obendrauf den Rahmen für einen verkaufsoffenen Sonntag liefern, gegen den selbst die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nichts einzuwenden vermag.

Umso erstaunlicher ist es da, dass die Organisatoren von Echt.Scharf nach wie vor Schwierigkeiten haben, das Fest finanziell zu stemmen. Sicher hat sich die Zahl der Sponsoren zuletzt noch einmal erhöht. Gleichzeitig ist es aber ein Armutszeugnis für all jene, die sich weiter nicht beteiligen, dass der Initiativkreis die Besucher zuletzt darum bitten musste, beim Trinkgeld großzügig zu sein - damit die Rechnung aufgeht. Manchmal hat man den Eindruck, die Solinger stünden sich selbst im Weg. Gerade die Händler, die ja profitieren, sind dementsprechend noch mehr gefordert.

Quelle: RP
 
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