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Analyse
Die Sportvereine nicht weiter belasten

Solingen. Ansichtssache Aus 18 Ascheplätzen entstanden in den Jahren 2003 bis 2006 13 Kunstrasenplätze. Fünf Anlagen wurden aufgegeben - schon damals war das ein Beitrag der Vereine zur Sanierung des städtischen Haushaltes. Überdies werden Nutzungsentgelte gezahlt. Von Uwe Vetter

In Solingen wurde noch auf Ascheplätzen Fußball gespielt, als in Nachbarstädten wie Richrath bereits der filigrane Kick auf Kunstrasenplätzen gepflegt wurde. Doch das änderte sich ab 2003, zumindest was die Plätze angeht. Aus ehemals 18 Fußballplätzen mit Asche entstanden bis 2006 13 Kunstrasenplätze in der Klingenstadt. Fünf Plätze wurden aufgegeben - Nibelungenstraße, Lützowstraße, Richterweg. Diese Flächen wurden zu Geld gemacht und bebaut. Die Anlagen am Rölscheider Berg und an der Talsperrenstraße in Oberburg wurden ebenfalls aufgegeben. Auch die mussten nicht mehr gepflegt und bewirtschaftet werden. Auch das sparte Finanzmittel. Unter dem Strich also schon vor Jahren ein enormer Beitrag des Sports beziehungsweise der Vereine zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes, der 2018 erstmals ausgeglichen sein wird. Die Umgestaltung der Sportplätze auf Kunstrasen erwies sich im Nachhinein aber auch sportlich als Erfolgsgeschichte. Nicht nur für den Vereins- und Schulsport, sondern auch für die öffentliche Nutzung der Plätze außerhalb der Vereinsstunden. Und längst nicht nur Fußballer sind auf den Plätzen zu finden, sondern es wird auch American Football, Rugby und Hockey darauf gespielt.

Denn alle Anlagen werden intensiv genutzt. Das wiederum erforderte in all den Jahren eine regelmäßige professionelle Pflege und Unterhaltung. Ausbesserungen wurden vorgenommen, wenn es nötig war. Das führte dazu, dass die 13 Kunstrasenplätze sich heute in einem guten Zustand befinden.

Der Stadtdienst Sport und Freizeit war anfangs von einer "Lebensdauer" der Kunstrasenplätze von zwölf bis 15 Jahren ausgegangen - je nach Qualität des Kunstrasens und auch der Beanspruchung der Plätze. Von daher war schon damals klar, dass Geld zurückgelegt werden muss für die Sanierung beziehungsweise die Erneuerung der Plätze. 250.000 Euro pro Platz sind veranschlagt worden - unter dem Strich drei Millionen Euro. Die Rechnung geht für zwölf Plätze auf, da der Nebenplatz am Hermann-Löns-Weg in Ohligs ja wegfällt und deshalb dafür auch keine Kosten für eine Sanierung bereitgestellt werden müssen.

In der Rücklage, gefüllt insbesondere seit 2012 durch die Sportpauschale des Landes, befinden sich aktuell 789.000 Euro. Das reicht rein rechnerisch gerade für drei Kunstrasenplätze, um die auf Vordermann zu bringen. Wobei aktuell und auch im nächsten Jahr wohl keine Komplettsanierung des "Teppichs" auf einem der städtischen Plätze ansteht. Zeit also noch genug, um die Rücklagenkasse zu füllen.

Die Vereine zur Kasse bitten? Die zahlen bereits Nutzungsentgelte. Allein jedes Jahr 72.000 Euro für die Kunstrasenplätze, überdies 270.000 Euro für die Sporthallen. Das ist schon ein ordentlicher finanzieller Beitrag. Und der noch höher einzuschätzende gesellschaftliche Beitrag der Vereine, Kindern und Jugendlichen eine äußerst sinnvolle Freizeitbeschäftigung in der Gemeinschaft mit anderen anzubieten, ist ohnehin mit Geld nicht aufzuwiegen.

Von daher ist neben der Verwaltung die Politik gefragt, Geld in die Rücklagenkasse für die Kunstrasenplätze zu spülen. Die erhobenen Nutzungsentgelte für die Plätze könnten beispielsweise zweckgebunden dafür genutzt werden. In den jetzt anstehenden Haushaltsberatungen der Parteien - die CDU ist an diesem Wochenende in Billerbeck - könnten weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Etat kreativ erkundet und diskutiert werden. Alles mit dem Ziel, die Vereine nicht weiter zu belasten.

Quelle: RP
 
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