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Solingen
Die Stadt will ihre Integrationsarbeit besser vernetzen

Solingen. Vertreter von Verwaltung, Vereinen und Verbänden trafen sich am Samstag zur 7. kommunalen Integrationskonferenz im Theater. Von Alexander Riedel

Moderatorin Ellen Ehring drückte aufs Tempo. "Ich muss dafür sorgen, dass wir im Zeitplan bleiben", warnte sie die angekündigten Redner augenzwinkernd. In der Tat duldete das umfangreiche Programm auf der 7. kommunalen Integrationskonferenz im Theater- und Konzerthaus am Samstag keine großen Verzögerungen. Nach verschiedenen Grußworten und einer Performance zum Thema Flüchtlinge kamen die mehr als 160 Gäste, darunter auch viele Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden und Migrantenvereinen, in zehn Arbeitsgruppen zusammen.

"Es geht in dieser einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung darum, einen Austausch zwischen allen Beteiligten an der Integrationsarbeit zu ermöglichen", sagte Anne Wehkamp, Leiterin des Stadtdienstes Integration, und bekräftigte: "Wir haben ein gutes Konzept, wollen aber erörtern, wo wir noch nachjustieren müssen".

Fragen, denen sich die einzelnen Gruppen widmeten, drehten sich zum Beispiel um die vorschulische Erziehung von Kindern aus Migrantenfamilien, die Werteerziehung oder den Übergang von Schule zu Beruf. Dass es dabei nicht nur um den Umgang mit der Flüchtlingswelle gehen dürfe, betonte Hassan Firouzkhah, Vorsitzender des Zuwanderer- und Integrationsrates der Stadt: "Wir dürfen auch die alteingesessenen Migranten in Solingen nicht vergessen." Fehlende Sprachkenntnisse, schlechte Schulabschlüsse und eine zu geringe Zahl an Migranten in der Verwaltung seien nach wie vor ein Problem.

In die gleiche Kerbe schlug auch Thorsten Klute, Staatssekretär für Integration im NRW-Sozialministerium: "Auch die nachholende Integration ist eine wichtige Aufgabe." Die vielen ehrenamtlich tätigen Helfer in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit würdigte der Gastredner als "stille Helden unseres Landes". Dass auch deren Engagement angesichts von Sprachbarrieren und Bürokratie gelegentlich an ihre Grenzen stößt, verdeutlichte Anne Wehkamp: "Ein Ehrenamtler kam auf mich zu und sagte, er habe in vielen Situationen gar nicht gewusst, an wen er sich wenden sollte."

Die Konferenz diente letztlich auch dazu, Angebote in der Integrationsarbeit bekannt zu machen und die Helfer noch besser miteinander zu vernetzen. "Wir haben viele gute Ideen gesammelt", sagte Anne Wehkamp. Die Ergebnisse sollen im Verlauf der Woche ausgewertet und den Teilnehmern zugestellt werden. Im März wird die Steuerungsgruppe Integration zusammenkommen, um über konkrete Maßnahmen zu beraten.

Quelle: RP
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