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Ansichtssache
Die Verspätungen der Marathonlinie "S 1"

Ansichtssache: Die Verspätungen der Marathonlinie "S 1"
FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Der Ersatzzug, den die Bahn ab Dezember bereitstellt, wird das Dauerproblem nicht lösen. Von Guido Radtke

Die Deutsche Bahn hat sich in dieser Woche bewegt und sich dem Druck aus Solingen und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) gebeugt. Die Bereitstellung eines Ersatzzuges am Flughafen Düsseldorf, der immer ab Mitte Dezember dann auf die Strecke geschickt werden soll, wenn eine S-Bahn "S 1" ihren Fahrplan nicht einhalten kann, ist für die leidgeprüften Pendler aus Solingen eine gute Nachricht. So wird die Wahrscheinlichkeit für die Fahrgäste am Hauptbahnhof, Vogelpark und in Hilden-Süd zumindest etwas erhöht, zeitig zur Arbeit zu kommen, weil der Zug nicht schon in Hilden enden und wenden muss, um wieder in Takt zu kommen.

Auf Dauer wird dieser Ersatzzug das Verspätungsproblem im Berufsverkehr nicht lösen können. Zu dicht sind die S-Bahn-Linien "S 1", "S 6" und später auch "S 11" auf dem gemeinsamen Hauptgleis zwischen Düsseldorf-Oberbilk und -Rath getaktet. Bei Verzögerungen im Betriebsablauf sind in der Regel mehrere S-Bahnen hintereinander betroffen - aber nur ein Ersatzzug steht bereit.

Eine mögliche Lösung wäre nach wie vor, die Marathonlinie "S 1" von Solingen über Düsseldorf, Essen, Bochum nach Dortmund zum Beispiel in Duisburg zu teilen. Eine kürzere Strecke bedeutet gleichzeitig weniger Verspätungspotenzial, wie die praktizierte Notlösung nach dem Stellwerkbrand in Mülheim /Ruhr gezeigt hat. Bis sich die Deutsche Bahn in diese Richtung bewegt, werden noch viele, viele Züge Solingen nicht erreichen.

Quelle: RP
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