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Solingen
Die Zahl der Firmenpleiten geht weiter zurück

Solingen. 1400 Neugründungen erwartet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in diesem Jahr. Von Günter Tewes

Gutes Personal wird von der Wirtschaft nach wie vor gesucht. Zugleich sinkt die Arbeitslosenquote weiter. Das hat Auswirkungen auf die Zahl der neugegründeten Unternehmen. "Fachkräfte haben Jobs und müssen sich nicht aus der Not heraus selbstständig machen", beschrieben die Creditreform-Geschäftsführer Achim und Ole Kirschner gestern im Gespräch mit unserer Redaktion die Situation bei den Existenzgründungen. Die Wirtschaftsauskunftei an der Kuller Straße hat einmal mehr die Zahlen für Neugründungen, Löschungen und Insolvenzen im Bereich der Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen für dieses Jahr zusammengestellt.

Gleichwohl ist in Solingen für das laufende Jahr mit einem Zuwachs an wirtschaftsaktiven Unternehmen zu rechnen: 1400 Neugründungen werden in 2015 etwa 1340 Abmeldungen gegenüberstehen. Damit wird das Vorjahresergebnis bestätigt, eine Tendenz, die sich bei der Creditreform-Untersuchtung schon zur Jahresmitte ankündigte. 6,2 Prozent der Solinger sind inzwischen selbstständig.

Die Klingenstadt, aber ebenso auch Leverkusen kommen in den vergangenen 20 Jahre mit 3326 beziehungsweise 3360 neuen Unternehmen auf einen deutlich positiven Gewerbezuwachs, während demgegenüber Remscheid mit einem Plus von 190 neuen Selbstständigen erheblich abfällt. "Wachstum sieht anders aus, wie man in Solingen und Leverkusen sehen kann", betonte Achim Kirschner. Industrieunternehmen prägen die Region. Doch der Anteil der Dienstleister nimmt immer mehr zu. 58 Prozent der Neugründungen entfallen auf diese Branche.

Positiv: Die Zahl der Firmenpleiten geht zurück. "Solingen wird am Jahresende bei 74 Insolvenzen landen, gegenüber 83 im Vorjahr", schilderte Achim Kirschner. Dabei sind Industrie und Baugewerbe insolvenzanfälliger als andere Wirtschaftszweige. Unterm Strich sind kleine und junge Unternehmen besonders pleitenanfällig. Der Creditreform-Geschäftsführer ist skeptisch, dass die Insolvenzzahlen weiterhin nach unten gehen. "Das mag man bezweifeln."

Nach seinen Worten ist es nur schwer vorstellbar, dass die optimalen Rahmenbedingungen mit niedrigen Zinsen, robustem Arbeitsmarkt und einem Wirtschaftswachstum sowie einer guten Eigenkapitalquote der Unternehmen in Zukunft so erhalten bleiben. Achim Kirschner: "Irgendwann wird die Zinsschraube wieder anziehen."

Quelle: RP
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