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Solingen
Die Zahl der Sternsinger wird immer kleiner

Solingen: Die Zahl der Sternsinger wird immer kleiner
Im Vorjahr haben 30 Sternsinger der Kirchengemeinde Liebfrauen Löhdorf - stellvertretend für alle Sternsinger im Erzbistum Köln - an der Aussendungsfeier im Kölner Dom mit Kardinal Rainer Maria Woelki teilgenommen. FOTO: privat (Archiv)
Solingen. Zum Jahresbeginn ziehen wieder die Sternsinger durch die Straßen. Nicht nur die Gemeinde St. Clemens hat Mühe, Aktive zu finden. Von Pia Bergmeister

Die Rolle des Sterns von Bethlehem ist in diesem Jahr in St. Clemens nicht vergeben: "Wir haben einfach zu wenige Kinder und Jugendliche, die bei der Sternsinger-Aktion mitmachen", bedauert Andrea Saborowski. Seit vielen Jahren organisiert sie in ihrer zu der Pfarreiengemeinschaft Solingen-West gehörenden Gemeinde das traditionelle Sternsingen.

Dabei ziehen in den ersten Januar-Tagen die Sternsinger durch die Straßen, um Gottes Segen in die Häuser zu bringen. Seit 1961 organisieren das Kindermissionswerk und der Bund der deutschen katholischen Jugend die Aktion gemeinsam, bei der jährlich rund 330.000 Kinder mitmachen. In diesem Jahr steht das Singen unter dem Motto "Segen bringen - Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andre." Die unterstützenswerten Hilfsprojekte in Bolivien werden 2016 besonders bedacht. Dort leben mehr als 30 verschiedene ethnische Bevölkerungsgruppen. Nicht jede von ihnen genießt Respekt, Gleichbehandlung sowie Zugang zu Bildung und Arbeit. Die Sternsinger möchten deshalb einen Beitrag dazu leisten, die Armut der indigenen Bevölkerung Boliviens zu bekämpfen und allen Kindern dort gleiche Bildungschancen zu ermöglichen.

So wichtig und sinnvoll das Sternsingen ist, so schwierig ist es, Mitwirkende zu finden. "In diesem Jahr haben sich nur 19 Kinder als Darsteller gemeldet", bedauert Andrea Saborowski. Nur eines der Kommunionkinder sei darunter. "Das ist ungewöhnlich, denn es war immer eine schöne Tradition, dass die Kommunionkinder des aktuellen Jahrgangs sich an der Sternsinger-Aktion beteiligen." Eigentlich bräuchte die Organisatorin 32 Kinder zwischen neun und 16 Jahren, um die Gruppen optimal zu besetzen. "Das Sternsingen ist nicht mehr so im Bewusstsein der Menschen verankert und hat an Bedeutung verloren", hat Saborowski beobachtet. Hinzu komme die Urlaubszeit, in der viele Gemeindemitglieder nicht zu Hause seien.

"In erster Linie besuchen wir alte Menschen, die den Brauch seit Jahrzehnten kennen und sich auf die Sternsinger freuen." Die Anmeldungen sind rückläufig. Wünschten sich im vorigen Jahr in St. Clemens noch rund 200 Haushalte einen Besuch der Sternsinger, so sind es diesmal nur 140. Trotzdem sind die Kinder und Jugendlichen mit großer Begeisterung bei der Sache - und die Aufregung steigt. In den Wochen vor Weihnachten haben sie nach dem Sonntagsgottesdienst geprobt, um ihren Rollen gerecht zu werden. Die Kostüme stammen aus dem Fundus der Gemeinde und sind in drei Größen vorhanden. "Da ist für jedes Kind etwas Passendes dabei", weiß Andrea Saborowski, die sich auch um die Pflege der Kostüme kümmert. Nur auf die dunkle Schminke für die Darstellung des Caspar verzichtet sie schon lange: "Viele Kinder haben Allergien."

Quelle: RP
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