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Solingen
Drogenberatung für Ohligser Modell

Solingen. Fachstelle mahnt im Umgang mit Alkohol in Öffentlichkeit Doppelstrategie an.

Der Chef der Solinger Jugend- und Drogenberatung "Anonym", Norbert Schäfer, ist für eine zweigleisige Strategie, um das Problem von Alkohol- sowie Rauschgiftmissbrauch in der Öffentlichkeit besser in den Griff zu bekommen. "Wir sollten uns überlegen, ob es im Rahmen der Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei auch möglich ist, die Szene selbst in Lösungen einzubinden", sagte Norbert Schäfer am Montag auf Anfrage unserer Redaktion.

Konkret schwebt dem Leiter der Drogenberatung ein Modell vor, wie es vor rund 20 Jahren schon einmal in der Innenstadt von Ohligs praktiziert worden ist. Seinerzeit hatten die Verantwortlichen nach Ärger mit Leuten aus der Szene unter anderem in Sachen Sozialarbeit massiv interveniert und zudem Runde Tische gebildet. Damals beruhigte sich die Lage spürbar, da sich innerhalb der betreffenden Gruppierung Strukturen bildeten, durch die ein Dialog zwischen den Parteien möglich wurde.

"Es wurde erreicht, dass beide Seiten, auch die der Süchtigen, die Probleme des jeweils anderen verstanden haben", erinnerte sich Norbert Schäfer gestern, der überdies betonte, eine Änderung der Straßenordnung, wie sie zuletzt von Solingens Polizeichef Robert Hall ins Spiel gebracht worden war, ändere nichts an der grundlegenden Ausgangslage. Hall hatte unter anderem gefordert, über ein generelles Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen zu diskutieren.

"Damit wird die Suchtproblematik nicht gelöst", gab Drogenberatungsleiter Schäfer zu bedenken. Die Szene werde nur verlagert. "Das wäre eine Illegalisierung einer legalen Droge", sagte Schäfer mit Blick auf den oft vergeblichen Kampf gegen verbotene Rauschmittel und regte parallel an, die Ordnungspartnerschaft weiter zu fassen.

Dabei sei dies aber keine Frage eines "entweder oder". "Bei Straftaten sind nicht wir, sondern die Polizei zuständig", stellte der Chef der Drogenberatung klar. Ihm gehe es vielmehr um eine Ergänzung der Arbeit von Stadt und Polizei.

(or)
 
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