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Solingen
Eigener Strom von der Sonne

Solingen: Eigener Strom von der Sonne
Ausreichend Strom, um den Jahresbedarf von gut 14 Haushalten zu decken, erzeugen die 216 Solarmodule mit einer Fläche von 359 Quadratmetern auf dem Dach einer Halle der Technischen Betriebe an der Dültgenstaler Straße in Wald. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Klimawende-Genossenschaft BürgerEnergie Solingen weihte ihre erste Photovoltaikanlage ein, die in Kooperation mit der Stadt auf dem Dach der Technischen Betriebe entstand. Die 216 Solarmodule leisten 56,16 Kilowattpeak (kWp). Von Günter Tewes

Das schöne Wetter am Wochenende hat sich ausgezahlt. In der Zeit erzeugten die neuen Solarmodule auf dem Dach der Fahrzeughalle "H" der Technischen Betriebe (TBS) täglich allein gut 330 Kilowattstunden Strom. "Bis jetzt haben wir schon 3800 Kilowattstunden Strom produziert" - eine rundherum positive Bilanz zogen Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, Ingeborg Friege und Christian Robbin von der Genossenschaft BürgerEnergie Solingen sowie Martin Wegner und Wolfgang Köppen vom TBS gestern vor der Presse im Rahmen der Einweihung des Projektes. Seit einem Monat sind die 216 Solarmodule mit einer Fläche von 359 Quadratmetern in Betrieb. Es ist das erste konkret umgesetzte Projekt der jungen Klimawende-Genossenschaft. Mit der Stadt wurde es realisiert. Weitere sollen folgen; und zwar vor Ort.

"Wir wollen den Solingern Perspektiven bieten, wie die Klimawende lokal umgesetzt werden kann", sagt Ingeborg Friege. Dabei denkt die Genossenschaft beispielsweise auch, der Elektromobilität mehr Fahrt zu geben. Idee ist nach den Worten von Christian Robbin zudem, den auf dem TBS-Dach produzierten Sonnenstrom nicht ausschließlich ins Netz abzugeben, sondern zu speichern und nachts Elektorfahrzeuge des städtischen Betriebs damit wieder aufzuladen. Das ist Zukunftsmusik. Doch bereits im September soll zusammen mit den Solinger Stadtwerken ein Projekt mit grünem Bürgerstrom anlaufen, das ebenfalls hier verankert ist.

88 Mitglieder stehen derzeit hinter der Solinger Energie-Genossenschaft. Sie haben mit Anteilen von jeweils 500 Euro eine Einlage in Höhe von rund 95 000 Euro aufgebracht. Davon wurden nun 63 000 Euro in die Photovoltaikanlage auf der Fahrzeughalle "H" investiert. Dabei geht es freilich nicht ausschließlich um den Umweltaspekt des Solarstroms, der vergütet wird. Konzept sei, dass sich das wirtschaftlich rechnet, erklären Ingeborg Friege und Christian Robbin vom Vorstand der Genossenschaft. Perspektive ist, den Mitgliedern für ihre Anteile eine Rendite auszuzahlen.

Für Hartmut Hoferichter sind die 216 Solarmodule auf dem Dach der TBS-Halle ein weiterer Baustein, das Klimaschutzkonzept der Stadt voranzubringen, um Energie und das Treibhausgas CO2 einzusparen sowie auf erneuerbare Energien zu setzen. "Wir sehen uns in der Verpflichtung, auch die ein oder andere weitere Dachfläche der städtischen Gebäude für Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen", betont der Stadtdirektor. Auch private Hausbesitzer reagieren. So hat sich das Solinger Solarkataster als Renner erweisen, auf dem jeder die Eignung seiner Dachflächen zur Gewinnung von Sonnenenergie ablesen kann.

Auf dem TBS-Betriebsgelände gibt es jedenfalls noch zwei bis drei weitere Hallendächer, die sich aufgrund ihrer Lage und Bauweise für die Installation von Solarmodulen eignen. Bei Neu- beziehungsweise Umbauten an der Dültgenstaler Straße wurden bereits Leerrohre verlegt, um die Anlagen entsprechend ans Netz zu nehmen. "Die Strommenge kann noch erheblich gesteigert werden, vermutlich auch deutlich über das ursprünglich von den TBS geschätzte Volumen hinaus", heißt es optimistisch.

Quelle: RP
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