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Solingen
Ein beschwingtes Neujahrskonzert

Solingen. Der Solinger Orchesterverein spielte unter Michael Foster für hilfsbedürftige Menschen in der Klingenstadt. Von Wolfgang Günther

Die Erlöse der Konzerte des Orchestervereins jeweils zu Jahresbeginn dienen immer einem guten Zweck. Nach der langjährigen Unterstützung der Erkrankten in der Umgebung von Tschernobyl kam diesmal das Konzert den Hilfsbedürftigen in Solingen zugute. "Natürlich stehen auch die Flüchtlinge im Fokus unserer Arbeit. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es auch in der Solinger Bevölkerung viele Menschen gibt, die unsere Hilfe benötigen" sagte Dr. Christoph Zenses. Er betreut zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der "Praxis ohne Grenzen" die mobile medizinische Hilfe in der Klingenstadt.

"Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass neben den Flüchtlingen etwa 800.000 Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung leben. Dazu wird auch in unserer Stadt die Schere zwischen arm und reich immer breiter", sagte Dr. Zenses. So kamen diesmal auch die Kunden der "Solinger Tafel" in den Genuss der vom Orchesterverein unter Leitung von Michael Forster brillant gespielten, niveauvollen Unterhaltungsmusik, die am Sonntagabend in der ausverkauften Evangelischen Kirche an der Sternstraße zu hören war.

Die Konzerte des Orchestervereins ziehen nicht nur durch ihre musikalische Qualität die Besucher an. Auch die immer launige Moderation des Dirigenten Michael Forster könnte durchaus im politischen Kabarett Furore machen. Mit "eins-zwei- drei", dem schnellen Marsch von Josef Rixner, gab das Orchester das richtige Tempo vor. Gleich darauf erklangen aber auch die wunderschönen Melodien des Walzerkönigs Johann Strauss, mit gehörigem "Wiener Schmäh" dirigiert von Forster. Solistin des Konzerts war die Sopranistin Franziska Andrea Heinzen. Auch sie hat den Walzer im Blut, wie in ihrer hinreißenden Interpretation der Ode an den Frühling "Draußen im Sievering" von Johann Strauss zu hören war. Natürlich floss in der Pause der Sekt "in Strömen" - das gehört nun einmal zu einem Neujahrskonzert dazu. Aber die Zuhörer spendeten auch reichlich für die gute Sache.

Der Orchesterverein wird sich in den kommenden Wochen allerdings um eine neue musikalische Leitung kümmern müssen. Michael Forster gibt nach 15 Jahren den Dirigentenstab ab. Es stehen aber bereits einige Bewerber für ein Probedirigat beim Orchesterverein bereit, so dass es sicher weiter geht. Es wäre ja sonst auch schade, denn das Orchester spielt viele Konzerte und ist nicht nur in der Klingenstadt, sondern auch in der weiteren Umgebung, bestens bekannt.

Quelle: RP
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