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Solingen
Ein besonderes Musikerlebnis

Solingen. Solisten und Ensembles der Städtischen Musikschule Solingen begeisterten beim Musikfest in der Schmiede. Von Cyrill Stoletzky

Von überall her erklingt in der Gesenkschmiede Henrichs Musik. Bach, Telemann, Vivaldi auf der Empore im Kesselraum. Im Schlüssellager intonieren Streicher, Tasten und Bläser Musik aus drei Epochen, und in der Blechschneiderei präsentiert das Blockflötenensemble "Die Frechen 13 & Friends" sauber und sicher einen opulenten Strauß bunter Melodien aus Klassik, Pop, Film und Musical. Lieder, die ihr Leiter Hansjürgen Engels selbst arrangiert hat. Ihnen folgen Streichorchester, Bläserklassen, Bläser-Schlagzeugensemble, Gitarren und Harfe.

Die Stimmung ist bestens, und nur wenige Minuten nach der Eröffnung ist das Haus voll: Mehr als 20 Solisten und Ensembles der Städtischen Musikschule sind ins Industriemuseum gekommen, um beim diesjährigen Musikfest ihr Können unter Beweis zu stellen.

Dass bei diesem fünf Stunden langen Happening ein erlesenes Vergnügen auf den Hörer zukommt, weiß jeder, der die jungen Instrumentalisten an einem der anderen Spielorte der letzten Wochen und Monate erlebt hat. Sie sind publikumserfahren und versiert. Wochenlang haben sie unter Leitung ihrer Lehrer geübt, und das hörte man auch. Das Spiel in der Gesenkschmiede mit ihrem historischen Ambiente war ein besonderes Erlebnis - für die Musiker, aber auch für den Besucher.

Der wandelte zwischen ausgestellten Kesseln, Maschinen, Scheren und Kugellagern von hier nach dort, bekam schon in den Gängen einiges zu hören und schloss sich nach Lust und Laune dem laufenden Programm an einem der drei Spielorte an. Für die Bergische Kaffeetafel mit allen Finessen sorgte der Förderverein des Industriemuseums. Und neben den musikalischen Darbietungen war die Experimentierausstellung "Ist das möglich ?" ein weiteres Highlight des Festes.

Am späten Nachmittag sorgte der Auftritt des Solinger Flüchtlingsprojekts "Tarab" für Beifall: Instrumentalisten unter anderem aus Albanien, Syrien und Afghanistan schlugen mit ihrer Musik den Bogen zur Welt des Orients. Das war ein schönes, stimmungsvolles Finale. "Jeder von ihnen hat sein persönliches Schicksal", sagt Diethelm Goldacker, stellvertretender Leiter der Musikschule. Mit dem im November 2015 initiierten Projekt wird auch dokumentiert, "dass die Flüchtlinge bei uns angekommen und mit offenen Armen aufgenommen wurden".

Ein runder Abschluss also, über den sich auch Museumsleiter Dr. Jochem Putsch freut. Der musikalische Schwerpunkt des jährlichen Festes, erklärt er, habe sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert: Er zeige deutlich die "fruchtbare Zusammenarbeit zwischen unserem Haus und der städtischen Musikschule". Mit etwa 500 Besuchern kann man das konzertant-visuelle Happening erneut als rundum gelungen betrachten.

Quelle: RP
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