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Solingen
Ein Brückenbauer verabschiedet sich

Solingen: Ein Brückenbauer verabschiedet sich
Der Theologe Otto Imhof (l.) geht in Ruhestand. Das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werkes Bethanien übernimmt Matthias Ruf, ein studierter Bankkaufmann. FOTO: Köhlen
Solingen. Nach 23-jähriger Amtszeit übergibt Otto Imhof den Vorstandsvorsitz des Diakonischen Werkes Bethanien an seinen Nachfolger Matthias Ruf. Von Sandra Grünwald

Über 300 Gäste waren in die Kapelle Bethanien gekommen, um den langjährigen Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Bethanien in den Ruhestand zu verabschieden. Otto Imhof hat 23 Jahre lang den Begriff Diakonie mit Leben erfüllt, indem er das Motto von Bethanien "Leben helfen" immer wieder neu in die Tat umgesetzt hat.

Das sagte auch Ansgar Hörsting, Präses der Freien evangelischen Gemeinden Deutschland, der selbst in Bethanien in der Altenpflege gearbeitet hat. Otto Imhof habe "fröhlich und mit Begeisterung gedient". Als "Brückenbauer" bezeichnete ihn Oberbürgermeister Tim Kurzbach: "Er hat Brücken zu den Mitarbeitern gebaut, Brücken in die Stadt." Aus diesem Grund hätte er ihm am liebsten den Titel "Pontifex Maximus" verliehen. "Was leider nicht geht, weil ich nicht die Berechtigung dazu habe und Otto Imhof nicht katholisch ist", bedauerte er, was von den Zuhörern mit viel Heiterkeit aufgenommen wurde.

Tim Kurzbach verglich Otto Imhof mit Petrus, der in all seinem Streben, alles richtig zu machen, doch immer wieder Fehler gemacht habe und dabei so menschlich gewesen sei. Und wie Petrus die Verantwortung, die ihm Jesus übertragen hat, angenommen habe, so habe auch Otto Imhof Verantwortung übernommen. "Er ist ein einzigartiger, charismatischer Mensch", betonte Kurzbach. "Jede Begegnung mit ihm war berührend."

Helmut König, Vorsitzender des Verwaltungsrates, kennt Otto Imhof noch aus Düsseldorf, wo er in einer der ältesten Freien evangelischen Gemeinden als junger Pastor tätig war. "Für jeden, der Otto Imhof kennt, ist er ein Original und für jeden ein anderes Original", so König. Er zählte einige Schlagworte auf, die für das Wirken Imhofs stehen, wie den Neubau des Hauses Ahorn, die Einrichtung der Mobilen Pflege in Iserlohn, die Gründung der Suchtkrankenhilfe in Dessau, die Installation des Bildungszentrums Bethanien sowie des Fachseminars für Altenpflege. "Hier wird die Ausbildung junger Menschen besonders gewürdigt." Aber auch Imhof selbst habe immer Wert auf "lebenslanges vorausschauendes Lernen" gelegt. Die Umstrukturierung sei eine besondere Herausforderung gewesen. "Die Strategieentwicklung war für ihn Freiheit, gebunden an Verantwortung. Sie war Pflicht, gekoppelt an Freude und Hingabe", erklärte König. Dabei habe er stets die Ethik im Blick gehabt.

Otto Imhof und seine Frau wurden vom Diakonischen Werk Bethanien feierlich verabschiedet und mittels eines Reisegutscheins erst einmal auf Reisen geschickt. Otto Imhof, der sich selbst als "evangelischer Theologe mit Leib und Seele" bezeichnet, möchte nach 23 Jahren vor allem ein Fazit ziehen: "Es war schön".

Helmut König betonte, dass mit Otto Imhofs Ausscheiden "die Entwicklung von Bethanien eine Zäsur erlebt". Ab April wird nun Matthias Ruf den Vorstandsvorsitz "mit allen Ehren und Würden" übernehmen. Der Bankkaufmann und Diplomkaufmann hat gleichfalls eine theologische Ausbildung und war lange Geschäftsführer des CVJM Gesamtverbandes. "Matthias Ruf hat schon verschiedene Standorte besucht und Menschen kennengelernt", sagte König und wünschte ihm Tatkraft, Mut und Geschick, um dem Motto "Leben helfen" zu folgen.

Die gottesdienstliche Verabschiedung von Otto Imhof sowie die Einführung von Matthias Ruf findet am 17. Juni statt.

Quelle: RP
 
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