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Solingen
Ein buntes Zeichen gegen Rassismus

Solingen. Bündnis für Toleranz und Zivilcourage richtet ersten Antirassismustag auf dem Fronhof aus. Von Maxine Herder

Die bunten Flaggen Deutschlands und der Türkei, von Frankreich, Polen, China oder Japan sind weithin sichtbar. Selcan, Ezo, Selin, Chantal und die anderen Mitglieder der AG "Schule ohne Rassismus" der Albert-Schweitzer-Schule haben sie gestern Mittag mit Straßenmalkreide auf das Pflaster gemalt. Sie fügen sich in ein großes, buntes Gesamtkunstwerk aus Friedenszeichen und Herzen, Weltkugeln, Schriftzügen und Namen, das Schüler ganz verschiedener Schulen zum ersten Antirassismustag auf dem Fronhof im Rahmen der Malaktion "Solingen wird bunt" gefertigt haben. "In Deutschland leben Menschen verschiedener Länder vereint, deshalb haben wir die Flaggen gemalt", sagt die zwölfjährige Chantal. Sie wollten ein Zeichen setzen, fügt Ezo (13) hinzu. "Man muss zusammenhalten gegen Rassismus", sagt die 14-jährige Selin.

Veranstalter des Solinger Antirassismustags, bei dem gestern in der Innenstadt Schüler, Vertreter von Kirchen, Jugend- und Wohlfahrtsverbänden und Politik zusammengekommen sind, ist das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage. "In der politischen Lage, in der wir uns befinden, ist es unbedingt notwendig, dem Rassismus Dinge entgegen zu setzen", sagt Bündnis-Sprecher Norbert Schmelzer. "Es ist uns ein großes Anliegen, mehr junge Menschen an dieses Thema ranzuführen. Dieser Tag ist dafür eine gute Möglichkeit", so Schmelzer. Er findet angelehnt an die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Neben der Malaktion erwarteten die Besucher unter anderem Musik, ein kleines Fußballturnier und Präsentationen verschiedener Gruppen und Schulen in der Stadtkirche sowie ein Antirassismus-Quiz. "Vor dem Hintergrund verstärkter Zuwanderung ist es gut, sich gemeinsam Gedanken über ein friedliches Zusammenleben zu machen", sagt Anne Wehkamp, Integrationsbeauftragte und Geschäftsführerin des Bündnisses.

Mareike Pach von der Geschäftsstelle des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage hat den Tag organisiert. "Viele Schulen haben sehr positiv reagiert", sagt Pach. Beteiligt haben sich Schüler von der Theodor-Heuss-Schule, August-Dicke-Schule, den Gesamtschulen Solingen und Ohligs, der Albert-Schweitzer-Schule und allen drei Berufskollegs. "Viele Schulen waren bereit sich zu beteiligen, obwohl sie an diesem Tag schon viel vorhatten", so Pach. Wie beispielsweise die August-Dicke-Schule: Mit mehr als 40 Schülern sind die Lehrerinnen Kim Federiconi und Aline Schipper dabei. Bereits am Vormittag haben Schüler auf dem Schulhof eine Fläche von zehn mal zehn Metern bemalt. In der Stadtkirche verschenken sie gegen eine Spende ihr selbst gestaltetes Kochbuch mit 36 Rezepten von Schülern aus 20 Nationen. "Wir stellen unser Kochbuch hier das erste Mal vor", sagt Lehrerin Federiconi. "Rassismus ist generell ein wichtiges Thema, deshalb war es uns wichtig, heute dabei zu sein."

Auf dem Fronhof bemalen indes Anna Zimmermann und andere Schüler der Jahrgangsstufe 12 den Asphalt. "Es ist immer gut, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Und ich glaube, dass wir mit dem, was wir hier machen, darauf aufmerksam machen können", sagt die 18-Jährige.

Quelle: RP
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