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Solingen
Ein Chefkoch verrät "Staats' Geheimnisse"

Solingen. Kein Stuhl ist im großen Saal des Getaway mehr frei. Die "mit heißer Nadel gestrickte Veranstaltung", der Buchhandlung "Die Schatzinsel", wie Ingo Klaus verrät, konnte sich einer so überwältigenden Nachfrage erfreuen, dass nicht nur die Veranstalter, sondern auch der Autor Stephan Staats davon ziemlich überrascht waren. So hatten 180 Zuhörer nach Ohligs gefunden, um den Geheimnissen zu lauschen, die der Chefkoch der Superreichen zu erzählen hat. Denn der 1974 in Solingen geborene Stephan Staats hat einen Beruf, der wahrhaftig nicht alltäglich ist. Er fährt auf den Mega-Yachten der Wirtschaftsmagnate, Regisseure, Schauspieler und Musiker über die Weltmeere und sorgt dafür, dass ihnen - was die Mahlzeiten angeht - jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird.

Dass dieser Job nicht nur außergewöhnlich, sondern zumeist furchtbar anstrengend und mit vielen kuriosen Abenteuern verbunden ist, verrät Stephan Staats in seinem Buch "Staats' Geheimnisse". Seine selbst erlebten Geschichten hat er mit leicht nachkochbaren Rezepten ergänzt, mit welchen er bereits die Superreichen und Mächtigen dieser Welt erfreut hat. Stephan Staats erklärte zwar, er sei ziemlich aufgeregt, doch als er erst einmal am Erzählen war, konnte ihn kaum noch etwas bremsen.

Schon als Kind hat er seiner Mutter - einer Französin - in der Küche geholfen. "Mit elf Jahren wusste ich, dass ich Koch werden will", verrät er. Doch zuerst wollte er eigentlich Pirat werden. "Dann habe ich gemerkt, dass das kein Lehrberuf ist", meinte er schmunzelnd. Mit viel Witz und Esprit erzählte er, wie er es im Hafen von Antibes geschafft hat, zum ersten Mal als Koch auf einer Yacht anzuheuern. Dazu zeigte er Fotos - von 143 Meter- und 800 Millionen-Euro-Yachten. Beeindruckend, doch die Vorstellung, dass er als Koch dort eine Siebentage-Woche mit 16 bis 20 Stunden-Tagen verbringt, lässt den Neid schnell verblassen: "Die längste Zeit, die ich ohne Frischluft zugebracht habe, waren 30 Tage." Unvorstellbar. Das Kochen auf der Yacht sei nicht sonderlich schwer, doch die Logistik, die dahintersteht, eine abenteuerliche Herausforderung. So müsse er dafür sorgen, dass in der Karibik alles aus Europa und Amerika eingeflogen werde. Und einmal hatte er zwei Kilo Kaviar zu verarbeiten. "Im Wert von 70.000 Euro."

In 22 Jahren hat Stephan Staats 91 Länder bereist, doch das Wichtigste sind ihm die Menschen, die er dabei getroffen hat. "Oft sehr arm, aber mit einem großen Herz." Für die Pause hatte Staats feine Leckereien für sein Publikum vorbereitet, die er mit Unterstützung der "Bergischen Feldküche" servierte. Libysches Lammgoulasch, vegane Linsensuppe und ein Thymian-Zitronen-Dessert.

(sue)
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