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Solingen
Ein Raum für die jungen, wilden Ideenfinder

Solingen. Im Gründerzentrum gibt es jetzt für kleines Geld den "ersten offiziellen" Coworking-Bereich der Klingenstadt. Von Fred Lothar Melchior

Es ist nicht mehr der arme Poet, der unter der Dachschräge auf dem Federkiel kaut: In der obersten Etage des Gründer- und Technologiezentrums (GuT) am Grünewald soll sich die Start-up-Szene der Region treffen, soll ihre Smartphones, Laptops und Ideen auspacken. "Es gibt keinen schöneren Fleck, um Kreativität und Innovation nach vorne zu brin-gen", warb Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und des GuTs gestern für das neue Angebot: ein rund 90 Quadratmeter großes Gemeinschaftsbüro, in dem man sich schon für zehn Euro am Tag einen Arbeitsplatz mieten kann.

Der "erste offizielle" Raum dieser Art in Solingen hat zwölf flexible Arbeitsplätze und wird unter dem Namen "coworkit" vermarktet. Das Angebot ist Teil einer Modernisierung des Gründer- und Technologiezentrums. "Sonst verpassen wir einen riesigen Trend in der Arbeitswelt", kommentiert GuT-Prokurist Sven Anders Wagner. Man wolle die "jungen, wilden, verrückten Ideenfinder" ins Haus holen. Mit Trends kennt sich die ebenfalls auf der vierten Etage angesiedelte Agentur manugoo aus. "Für uns ist Netzwerken seit vielen Jahren das A und O", sagt deren Mitgründer und Geschäftsführer Florian Meise. Er und sein Partner Janusch Gößling entwickeln seit zwei Jahren auch Produkte, die von anderen vorgeschlagen und mitfinanziert werden (Crowdsourcing, -founding). Junge Firmen nutzten gerne "Meetups, Pitche und Workshops", erläutern die beiden. Dazu kommen einmal pro Monat offene Veranstaltungen des coworkit-Clubs.

Bei einem der ersten Workshops geht es um das "Rapid Prototyping". "Hat man heute eine Idee, weiß es dank der sozialen Medien 20 Minuten später die ganze Welt", begründete Frank Balkenhol, warum man sich keine Zeit mehr mit der Umsetzung lassen kann. Zum Angebot im Coworking-Bereich gehört deshalb natürlich schnelles Internet, das von der Merscheider PC-Studio GmbH eingerichtet wurde. Mit der 100-MB-Leitung, so Balkenhol, müssten jetzt keine "Basketbälle mehr durch Gartenschläuche" gedrückt werden. Den "Coworkern" steht zudem die 3D-Druck-Lounge im GuT offen (nicht für reine Tagesgäste, aber bereits ab der Wochenpauschale für 50 Euro). Bei steigendem Interesse können weitere Büroräume in Coworking-Bereiche umgewandelt werden. Dass sich die Nachfrage, auch aus Düsseldorf und Köln, einstellen wird, ist für manugoo-Geschäftsführer Florian Meise keine Frage: "Es ist relativ einzigartig, was hier von den Preisen geboten wird. Die wurden ganz weit nach unten gedrückt." Erster Nutzer war bereits eine Multimedia-Firma.

Kaffee gibt es übrigens zur Flatrate. "Wiedergeborenes Popcorn" wurde nur gestern angeboten: Die ganz junge Leichlinger Start-up-Fir-ma "Newborn Popcorn" verteilte Proben in den Geschmacksrichtungen Teriyaki, Caramel-Bacon, Zitrone-Minze und Rosmarin-Meersalz. Das Getränk dazu kam vom ebenfalls jungen Wuppertaler Unternehmen Liwo - mit Isomaltulose statt Haushaltszucker und Zitrus-/Kaktusfeige-Geschmack.

Quelle: RP
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