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Ansichtssache
Ein "starkes Signal", das vor der Gleissperrung bitter nötig ist

Solingen. Wenn im Sommer wegen der Stellwerkarbeiten in Wuppertal wieder Gleise gesperrt werden, braucht Solingen Ersatz. Der Rat hat gut daran getan, den VRR schon jetzt unter Druck zu setzen. Von Martin Oberpriller

Es war eine eher ungewöhnliche Koalition, die sich da am Donnerstagabend im Solinger Stadtrat gebildet hatte. Sowohl die Grünen, als auch die CDU preschten nämlich mit Anträgen vor, die sicherstellen sollen, dass die bevorstehende Gleissperrung während der Sommerferien besser abläuft als jene um Ostern herum.

Gleichwohl ist das synchrone Vorgehen der beiden Parteien, die in Verkehrsfragen sonst eher über Kreuz liegen, nur auf den ersten Blick überraschend. Denn Grüne sowie Christdemokraten stellen mit Dietmar Gaida beziehungsweise Bernd Krebs die Vertreter der Klingenstadt beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Und diese zwei Solinger wissen - allen Unterschieden zum Trotz - wiederum nur zu genau, dass man beim VRR für seine Belange kämpfen muss, um nicht unter die sprichwörtlichen Räder zu geraten.

Dabei ist der am Ende vom Rat einstimmig verabschiedete Forderungskatalog an die Adresse des Verkehrsverbundes aber nicht allein ein "starkes Solinger Signal", wie es im Rat hieß. Nein, die verlangte Erweiterung des Ersatzverkehrs stellt vielmehr eine pure Notwendigkeit dar. Denn sollte sich irgendwer bei Bahn oder VRR ernsthaft gedacht haben, mit dem gleichen Programm wie zu Ostern die Sommersperrung bewerkstelligen zu können, müsste dem in der Tat rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben werden.

Immerhin werden viele Solinger im Sommer vom Flughafen Düsseldorf aus verreisen wollen - was eine Erhöhung der Verbindungen vom Hauptbahnhof in Ohligs zum Flughafen zwingend erforderlich macht. Ferner ist der Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel gerade für Solinger Pendler enorm wichtig und hat dementsprechend bei der Gleissperrung zwischen dem 16. Juli und 30. August eine größere Rolle zu spielen, als dies im Frühjahr der Fall gewesen ist. Es ist unabdingbar, dass auch die Busse des Schienenersatzverkehrs bis zum Bahnhof fahren. Und zudem muss sichergestellt werden, dass diese von dort aus weiter direkt bis nach Düsseldorf fahren, da die bisherige Regelung inklusive Umsteigen in Mettmann auf die S 28 doch einige Schwächen offenbarte.

Darüber hinaus sollte der Zugverkehr auf der S 7 ausgeweitet werden. Wobei die Ausrede, Betreiber Abellio habe nicht genug Züge, auf keinen Fall gilt. Dann hat der VRR eben bei der Bahn für die entsprechenden Kapazitäten zu sorgen. Alles andere käme einem verkehrspolitischen Offenbarungseid gleich.

Quelle: RP
 
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