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Solingen
Ein Stück Adria am Rande von Merscheid

Solingen: Ein Stück Adria am Rande von Merscheid
Vor sechs Jahren hat die Garten- und Landschaftsarchitektin Angela Ernst (r.) ihren Staudengarten angelegt. Besucherin Michaela Gehlen ist von den üppigen Blütenpracht begeistert. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Zur Offenen Gartenpforte lud die Merscheiderin Angela Ernst in ihren Garten ein, in dem sie sich ihren ganz persönlichen Staudentraum erfüllt hat. Von Maxine Herder

Es ist ein kleines Paradies, das sich Angela Ernst gleich hinter ihrem Haus geschaffen hat: Mehr als 80 verschiedene Staudenarten wachsen hier, hinzu kommen rund ein dutzend Gräser, ein kleiner Naschgarten mit Feigen, Kiwis und Wein und jener Bereich unweit des Gartentors, den Angela Ernst als "Filetstück" ihres Gartens beschreibt - die große Wildblumenwiese, in der es bei strahlendem Sonnenschein summt und zirpt, flattert und schwirrt. "Ich wollte ein Paradies für Mensch und Tier schaffen, das war mir wichtig", sagt die 61-Jährige, die zur Offenen Gartenpforte am vergangenen Wochenende zur Besichtigung ihres in allen Farben blühenden Kleinods in Merscheid eingeladen hat.

Vor sechs Jahren hat sich die Garten- und Landschaftsarchitektin ihren ganz persönlichen Staudentraum verwirklicht. Die üppige Blumenpracht und der mediterrane Hauch seien eine Reminiszenz an die Sommer ihrer Kindheit, die sie im Garten ihrer Großmutter in Slowenien verbracht habe. "Dort gab es, wie heute auch bei mir, Palmen und Feigen und viele schönfarbige exotische Blumen", erinnert sich die gebürtige Hamburgerin. Sie habe sich gewissermaßen eine kleine Adriaküste am Rande von Merscheid erschaffen. Und das, erzählt sie, habe zunächst einmal jede Menge Planung erfordert: "Man plant als Staudengärtner genau, wie die Pflanzen wachsen, wie ihre Farben in welchem Monat sind, und wie sie sich in den Farbtönen, aber auch in den Formen kombinieren lassen. Mein Garten sieht zwar wildhaft aus, ist jedoch bis ins kleinste Detail durchgeplant."

Georg und Regina Mark haben ebenfalls ihre Gartenpforte geöffnet: Ihre grüne Oase an der Nußbaumstraße ist über Jahre hinweg gewachsen. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Dementsprechend aufwendig ist die Pflege: Mehrere Stunden verbringt Angela Ernst jeden Tag in ihrem Garten, der bis zum Frost durchblüht. "Da wird gejätet, bis der Arzt kommt", sagt sie und lacht. Bei ihrer Blumenwiese indes lässt sie die Natur machen. "Ich rupfe das Gras raus, im November schneide ich alles runter." Viele der Samen ihrer Blumenwiese hat Ernst von Reisen mitgebracht, längst macht sie keinen Urlaub mehr ohne Spaten. Die Vielfalt der Pflanzen und die bunte, duftende Blütenpracht wissen vor allem die tierischen Garten-Besucher zu schätzen: Bienen, Hummeln und etliche Schmetterlinge, darunter auch seltene Arten wie das Taubenschwänzchen, tummeln sich im Grün. Rund 20 Kröten leben außerdem in der Wiese, wandern zwischen dem Schatten der Blumen und dem Schatten der großblättrigen Pflanzen am Hang, im Sommer stellt Angela Ernst ihnen kleine Näpfchen zum Baden hin.

Immer wieder hört die Merscheiderin, dass ein solcher Garten doch viel zu viel Arbeit macht. "Aber gärtnern ist mein Hobby, ich liebe das einfach", sagt Angela Ernst. Und jeden Tag wird sie für die Arbeit, die ihr Staudentraum auf 450 Quadratmetern macht, entschädigt: Mit dem Blick in ein blühend-buntes Paradies - und mit jenen Stunden am Abend und in der Nacht, wenn es um sie herum ganz still wird und sie einfach nur dasitzt, beobachtet und lauscht.

Quelle: RP
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