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Solingen
Ein Stück wildes Deutschland in Kohlsberg

Solingen: Ein Stück wildes Deutschland in Kohlsberg
Die Naturschützer Gerhard Bahmer (l.) und Friedrich Pillen setzen eine junge Buche. Der Hang gegenüber der Kohlsberger Kirche wird jetzt mit insgesamt 750 heimischen Gehölzen bepflanzt. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Buche, Feldahorn, Eiche, Kirsche, Eberesche – 750 Gehölze setzt die Stiftung zum Schutz von Tier und Natur auf einer früheren Viehweide. Das Umweltprojekt schließt eine ökologische Lücke im Bereich des Weinsberger Bachtals und wird vom des World Wide Fund For Nature (WWF) gefördert. Von Günter Tewes

Der Höhscheider Hang gleich gegenüber der Kirche Kohlsberg fällt ziemlich steil ab. Mehr als 20 Meter dürfte es hinunter gehen in den Ausläufer des Weinsberger Bachtals, in dem sogar der Eisvogel noch anzutreffen ist. Das ist ein einzigartiger Biotopverbund, sagen Gerhard Bahmer und Friedrich Pillen von der Stiftung zum Schutz von Tier und Natur.

Auf den 5000 Quadratmetern der alten Viehweide entsteht jetzt ein Stück "Wildes Deutschland". So heißt nämlich – ganz im Sinne einer ökologischen Vielfalt – der Wettbewerb des World Wide Fund For Nature (WWF). Das Kohlsberger Vorhaben der Solinger Naturschützer gehört zu den 50 Gewinner-Projekten, die die größte internationale Naturschutzorganisation der Welt in diesem Jahr fördert. Von den 1800 Euro, die die Solinger Tier- und Naturschutzstiftung dafür erhält, kann der Hang jetzt mit standortgerechten, heimischen Hölzern bepflanzt werden.

"Wir schließen eine Lücke im Weinsberger Bachtal", betont Gerhard Bahmer. Konzept ist, die Naturräume möglichst miteinander zu vernetzen.

750 junge Gehölze werden seit gestern auf den 5000 Quadratmetern der einstigen Weide zwischen zwei Waldbeständen gepflanzt: jeweils 150 Buchen, Feldahorne, Eichen, Kirschen und Ebereschen. Ihre Wurzeln werden den Hang befestigen, so dass dies zugleich Erosionsschutz bietet.

Nach den Worten von Friedrich Pillen ist die Vielfalt mit den fünf Gehölzarten bewusst gewählt. Biodiversität heißt das im Fachjargon, um zugleich auch möglichst vielen heimischen Tierarten, etwa Wildbienen und Wildhummeln sowie Nistmöglichkeiten für Vögel, Lebensgrundlagen zu verschaffen. Bei einer Monokultur wie einem Maisfeld passiere genau das Gegenteil, erklärt Pillen. "Dadurch verarmt die Natur."

Die Kreisjägerschaft gründete vor 26 Jahren die Stiftung zum Schutz von Tier und Natur Solingen. Die Mitstreiter des eingetragenen Vereins betreuen derzeit 50 Biotope in der Klingenstadt in der Größe von 600 Quadratmeter hin zu 1,5 Hektar. Insgesamt sind es bislang rund 20 Hektar in Solingen, für die die Landschaftschutzpflege übernommen wurde. Das Grundstück des neuen Biotops in Kohlsberg erwarb die Stiftung von einer Erbengemeinschaft. Nach der Pflanzaktion bleiben die Naturschützer weiterhin im Einsatz. Die Gehölze werden einmal im Jahr freigemäht. So wird verhindert, dass die gesamte Fläche verbuscht. Das ökologische Konzept ist in enger Abstimmung mit dem Stadtdienst Natur und Umwelt erarbeitet worden.

Quelle: RP
 
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