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Ansichtssache
Eine Abstimmung mit den Füßen

Solingen. Klagen über den Zustand der unteren Hauptstraße gehören fast zum "guten Ton". Und zur Wahrheit gehört, dass sich daran kaum was ändern lässt. Von Martin Oberpriller

Die Idee, Händlern, die aus den Clemens-Galerien ausziehen sollen, mithilfe des Innenstadtbüros eine neue Bleibe an der Hauptstraße zu verschaffen, ist gut gemeint. Und vielleicht gelingt es ja auch, den einen oder anderen zum Umzug zu bewegen. Doch über eines sollte man sich besser keine Illusion machen. Der Aufschwung der unteren Hauptstraße wird weiter ausbleiben. Auch wenn es keiner ausspricht: Dieser Teil der City wird lange Zeit abgehängt bleiben.

Denn spätestens mit dem Hofgarten wurden Fakten geschaffen, die eine Eigendynamik entwickeln. Die Laufwege haben sich geändert. Wer im Hofgarten war, "verirrt" sich kaum noch zur unteren Hauptstraße, der geht höchstens noch Richtung Galerien/Obere Hauptstraße. Es ist also längst eine Abstimmung mit den Füßen im Gange, bei der die Kunden die untere Hauptstraße links liegen lassen. Das ist nicht schön, aber es entspricht der Wahrheit, wobei zu hohe Mieten ihr Übriges tun, den Leerstand zu vergrößern.

Das heißt aber nicht, dass die Arbeit des Innenstadtbüros vergebens ist. Im Gegenteil, das Abseits der Unteren Hauptstraße ist kein Naturgesetz - vielleicht ändert sich deren Lage irgendwann ja wieder. Doch bis es so weit ist, gilt es zunächst, die obere Hauptstraße vor dem Abstieg zu retten. Das allein wird schwer genug. Das Innenstadtbüro hat also wirklich viel zu tun.

Quelle: RP
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