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Solingen
Eine Agenda 2020 für Gräfrath

Solingen: Eine Agenda 2020 für Gräfrath
Mit dem heutigen Vier-Sterne-Hotel Gräfrather Hof hat 1989 alles begonnen. Das Hotel zur Post kam wie einige Gästehäuser später hinzu und soll nun umgebaut werden. Siegfried Lapawa will dort unter anderem Wein-Seminare anbieten. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Siegfried Lapawa prägt den Ortskern mit seinem "kleinen Hoteldorf" mit rund zehn Gebäuden. Nächste Baustelle soll das ehemalige "Meiers" werden, wo Wohnungen entstehen. Von Fred Lothar Melchior

Das jüngste Lob kam von Armin Laschet: Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl fand auf seiner Wirtschaftstour freundliche Worte für die Gräfrather Projekte von Siegfried Lapawa. Der Vorstand der Langenfelder Silag Handel AG wohnt zwar seit Jahren an der Stadtgrenze von Ohligs. Als gebürtiger Gräfrather drückt der Unternehmer dem nördlichsten Solinger Stadtteil aber mehr und mehr seinen Stempel auf speziell in der Hotellerie und Gastronomie. Der einst verschlafene kleine Ortskern avanciert mit Solingens einzigem Vier-Sterne-Superior-Hotel Gräfrather Hof zur kulinarischen Meile, die auch Gäste aus dem Umland anzieht. Und Lapawa investiert weiter. "Dabei steckt er nicht nur Kapital, sondern auch sehr viel Zeit und Leidenschaft in die Entwicklung von Gräfrath", kommentiert Caroline Lapawa. Sie führt seit kurzem gemeinsam mit ihrem Mann die Hotel Gräfrather Hof GmbH.

Die Gesellschaft kann Langzeitgästen ab Juni zusätzliche großzügig geschnittene Apartments anbieten. Dann ist der einzige Neubau im Portfolio bezugsfertig. Das moderne Boarding-House an der Straße In der Freiheit fügt sich gut in die Reihe der denkmalgeschützten Gebäude ein. Noch in diesem Jahr soll auch der Umbau des benachbarten Bäckerei-Gebäudes abgeschlossen werden.

Der Neubau (l.) soll im Juni bezugsfertig sein. In der alten Bäckerei daneben soll ein Laden mit regionalen Produkten entstehen. FOTO: Kempner Martin

"Leider konnten wir bisher keinen Betreiber für eine neue Bäckerei oder Konditorei finden", erläutert Siegfried Lapawa, warum er das Geschäft selbst nutzen wird. Im Laden sollen Produkte aus der Region angeboten werden. Geplant ist ein Sortiment aus der Produktvielfalt seines Restaurants Gräfrather Klosterbräu. Lapawa: "Mir geht es um die Belebung des Ortskerns. Und Gäste können ein Teil von Gräfrath mit nach Hause nehmen."

Zur Belebung soll auch der Umbau des Hotels zur Post beitragen Teil von Lapawas "Agenda 2020" für Gräfrath. Rund zweieinhalb Millionen Euro werde es kosten, die Immobilie so herzurichten, dass unter anderem ein Wein- sowie ein Käsemarkt einziehen kann. Die Bauvoranfrage läuft. Das gilt auch für den Supermarkt, der nach wie vor auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände entstehen soll. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist aus meiner Sicht sehr positiv", lobt Lapawa. Der eine oder andere Nachbar seiner vielen Bauprojekte stehe den Veränderungen aber skeptisch gegenüber. Dabei seien die Investitionen eine Art Initialzündung für Gräfrath, glaubt der Kaufmann. "Fast jedes Haus in der Nachbarschaft bietet mittlerweile Übernachtungsmöglichkeiten mit Pensionscharakter an. Diese Belebung hat mir gezeigt, dass der Weg, den ich seit mehr als 20 Jahren gegangen bin, nicht der falsche gewesen sein kann." Fortgesetzt wird der Weg mit dem Haus Kirchtreppe 2b: Ab August/September will die Gräfrather Hof GmbH dort ein "integratives Boarding-House" betreiben mit vier barrierefreien und vier herkömmlichen Zimmern. Weil das Parkplatz-Angebot mit dem Bedarf nicht mithält, entstehen bis August neue Stellplätze an der Stiftsgasse. 18 der 48 Parkmöglichkeiten werden für Anwohner reserviert. Da auch das nicht genug ist, verfolgt Lapawa Pläne für ein "Altstadt-Parkhaus" neben der "Alten Schule": "Das würde Gräfrath retten." Eine Tiefgarage will er weiter neben der früheren Gaststätte Meier's bauen, die seit Jahren ungenutzt ist. In dem Haus sollen jetzt Wohnungen entstehen. Gastronomie werde es dort nicht mehr geben; der angrenzende Saal soll abgerissen werden. Auch hier läuft die Bauvoranfrage. Lapawa: "Wir würden gerne noch in diesem Jahr starten."

Lieblingskind des Unternehmers bleibt die Gaststätte Gräfrather Klosterbräu: "Der älteste Hof Solingens liegt mir unheimlich am Herzen." Das Restaurant ist an sieben Tagen in der Woche auch mittags geöffnet und hat immer wieder Neues auf der Speise- und Getränkekarte. Stolz ist Lapawa auf den selbst entwickelten "Beefer", in dem die Dry-aged-Steaks bei 800 Grad gebraten und die Oberflächen mit etwas Zucker karamellisiert werden: "Das ergibt einen unwahrscheinlich tollen Fleischgeschmack." Neue Getränke sind beispielsweise das naturtrübe Gräfrather-Zwickel- und das Bernstein-Bier.

Zu Kopf ist es ihm noch nicht gestiegen. "Die ganzen Aktionen verlangen mir persönlich im Moment sehr viel ab. Hotellerie und Gastronomie sind eine Riesenherausforderung", bekennt Siegfried Lapawa. "Manche Dinge macht man auch, wenn kein Geschäft dahinter steht."

Quelle: RP
 
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