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Solingen
Eine Chronik in Bildern und Skulpturen

Solingen. "Positionen" nennt sich die Jahresschau der Solinger Künstler im Kunstmuseum. Heute um 18 Uhr ist die Eröffnung. Von Michael Tesch

Der Verein der Solinger Künstler durfte im vergangenen Jahr seinen 70. Geburtstag feiern. Dass die Jubiläumsausstellung, die heute im Kunstmuseum eröffnet wird, erst mit etwas Verspätung stattfindet, hat einen einfachen Grund: die offizielle Eröffnung des Zentrums für verfolgte Künste. "Für das Entgegenkommen bei der Verlegung der traditionell im Dezember stattfindenden Jahresschau bin ich den Künstlern auch sehr dankbar", erklärt Dr. Rolf Jessewitsch. Der Museumsdirektor zeigte sich insgesamt sehr angetan von der Präsentation in seinem Haus: "Die Künstler haben sich mächtig ins Zeug gelegt."

Zum runden Geburtstag haben die Vereinsmitglieder ihre Jahresschau auch als einen Rückblick auf die eigene, 70-jährige Geschichte konzipiert. Der Titel "Positionen" verweist auf das Konzept hinter der Ausstellung, deren Werke allerdings nicht chronologisch, sondern in sieben Themenfelder aufgeteilt sind: Abstraktion, Portrait, Stillleben, Landschaft, Zeichnung, Figur und Skulptur/Keramik lauten die Positionen. Als Präsentationsform für die vielen ausgewählten Werke aus der Geschichte der Gemeinschaft hat man eine Petersburger Hängung gewählt. "Wir hoffen, dass die Ausstellung von den Besuchern nicht als wirr empfunden wird, sondern durch die Art der Hängung die Vielseitigkeit des künstlerischen Schaffens der Künstler aufgezeigt wird", sagt Ulle Huth, die langjährige Vorsitzende der Künstlergemeinschaft.

In den Themenfeldern finden sich neben aktuellen, also Atelier-frischen Werken, auch die Bilder von Künstlern der ersten Generation der Künstlergemeinschaft, etwa Willi Deutzmann, Georg Meistermann oder August Preuße. "Da geht unser Dank an Dr. Jessewitsch, der für unsere Schau das Depot geöffnet hat und uns Bilder aus der Städtischen Kunstsammlung zur Verfügung gestellt hat", erklärt Ulle Huth.

Insgesamt 149 Mitglieder hatte der SK-Verein nach seiner Neugründung 1945 in den vergangenen 70 Jahren. "Natürlich mussten wir schauen, auf welche Arbeiten wir überhaupt Zugriff erhalten. Da haben uns einige private Kontakte sehr geholfen. So sind die großen Vertreter alle mit Arbeiten in der Ausstellung vertreten", erzählt Huth.

Der unmittelbare Dialog der Werke aus sieben Jahrzehnten ehrt die Gründungsmitglieder des Vereins besonders. "Man sieht, wie diese Künstler nach dem Krieg unglaublich modern und abstrakt gedacht haben", so Huth. "Wie begierig sie waren, das aufzugreifen, was sie durch den Krieg versäumt hatten und ihre künstlerische Entwicklung nachzuholen." Nicht alle fanden dabei den Weg in die Abstraktion, wie jetzt zu sehen ist, einige Vereinsmitglieder blieben bis zu ihrem Tod ihrem figurativen Stil treu.

Quelle: RP
 
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