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Solingen
Eine Kräuterschnecke im grünen Klassenzimmer

Solingen. Auf dem Freigelände der Grundschule Böckerhof wird eifrig gewerkelt. Unter der tatkräftigen Anleitung von Gartenbauer Thomas Kathöfer und Oecotrophologin Kathrin Marten werden Steine geschleppt und Kies geschaufelt. Mit Feuereifer dabei sind die Grundschüler und auch Einrichtungsleiterin Christina Asbeck legt Hand an. Von Sandra Grünwald

Es ist gut zu erkennen, was am Ende herauskommen soll: Hier entsteht eine Kräuterschnecke. Und keine Kleine. Einen Durchmesser von vier Metern wird sie haben, ist nach Süden ausgerichtet, und auch ein kleines Wasserbecken ist geplant. "Für die Brunnenkresse", erklärt Kathrin Marten.

Im Naturgut Ophoven in Leverkusen, wo sie Referentin ist und Kurse in Sachen Kräuter und Hexen gibt, kam der Kontakt mit der Grundschule Böckerhof zustande. Schnell kam die Idee auf, eine solche Kräuterschnecke auf dem Schulgelände zu bauen. Sie ist jedoch erst der Auftakt der Ferienaktion "Unerschöpfliche Möglichkeiten - Kräutergarten, Fledermauswohnstätte, geschmückt mit Kunst im Garten". "Wir planen noch Hochbeete, einen Sitzkreis, wollen Fledermaushäuser basteln", erzählt Christina Asbeck. Das Schulgelände soll zu einer Naturoase, ja, zu einem grünen Klassenzimmer umgestaltet werden. Und in einem Klassenzimmer wird gelernt. Das geschieht auch bei der Anlage der Kräuterschnecke.

"Die Kinder lernen Teamarbeit", sagt Kathrin Marten. Sie bilden eine Kette, reichen die Steine von Hand zu Hand. Manche Kräuter haben sie bereits ausgesät und lernen so Fürsorge und die Pflege der kleinen Pflanzen. Bepflanzt wird die Kräuterschnecke in verschiedenen Regionen. Oben im trockenen Bereich werden Lavendel, Thymian und Rosmarin wachsen, weiter unten im feuchteren Bereich dann Schnittlauch, Dill und das begehrte Colakraut (Eberraute). Die Kinder sind begeistert. "Da, wo mein Sandkasten ist, möchte ich auch eine Kräuterschnecke haben", meint die siebenjährige Emma.

Finanziert wird die Aktion vom Träger der Schule, der Katholischen Jugendagentur Wuppertal und dem Bistum Köln. "Die Steine hat Herr Kathöfer organisiert", erzählt Christina Asbeck. "Das war ein ehemaliger Terrassenbelag." Aus alt wird neu. Derweil bastelt Künstler Stefan Seeger mit den übrigen der 26 Schüler in der Ferienbetreuung lustige Köpfe aus Zeitungspapier und Leim. "Wir wollen mit den Handpuppen das Beet schmücken", verrät er. Sophies (7) Kopf liegt schon zum Trocknen aus. "Den male ich dann mit ein bisschen Hautfarbe an und der bekommt rote Augen", erzählt sie. Auch Lia (6) hat konkrete Vorstellungen, wie ihr Kopf einmal aussehen soll. "Gelb mit roten Lippen."

So entsteht etwas, worüber sich alle Schüler freuen können. Und mit den Kräutern wird in Zukunft zusätzlich auch das Mittagessen aufgewertet.

Quelle: RP
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