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Solingen
Eine Premiere für die OB-Anwärter

Solingen: Eine Premiere für die OB-Anwärter
Für Tim Kurzbach, Frank Feller und Friedhelm Funk (v.r.) war die Podiumsdiskussion der erste gemeinsame offizielle Termin. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Vor etwa 150 Jugendlichen traten die Oberbürgermeister-Kandidaten Tim Kurzbach, Frank Feller und Friedhelm Funk erstmals in eine öffentliche Diskussion. Trotz des Konkurrenzgedankens herrschte eine entspannte Armosphäre. Von Guido Radtke

Tim Kurzbach und Frank Feller zeigen sich seit Wochen vermehrt in der Öffentlichkeit. Beim Gesicht zeigen im Wahlkampf begegnen sich die Oberbürgermeister-Kandidaten der beiden großen Parteien SPD und CDU zwangsläufig immer wieder bei Veranstaltungen oder Anlässen, ohne jedoch vor Publikum große Reden zu halten oder ihre jeweiligen Standpunkten auszuführen.

Demnach bedeutete die Podiumsdiskussion in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule eine Premiere für Kurzbach und Feller, zumal sich auch der parteilose Friedhelm Funk den etwa 150 Oberstufenschülern vorstellte. Knapp 70 Minuten lang löcherten Linda Gosger und Ioannis Papakostas die drei Anwärter mit vielen Fragen, um zu ergründen, wie diese sich ihre Aufgabe als Oberbürgermeister von Solingen vorstellen.

Der Umgang: Frank Feller und Tim Kurzbach pflegen einen nahezu freundschaftlichen Umgang. Man kennt sich, man schätzt die Qualitäten des jeweiligen Konkurrenten. Bereits kurz nach Fellers Nominierung hatten sich beide Spitzenkandidaten auf einen jederzeit fairen Wahlkampf eingeschworen - das respektvolle Miteinander erzeugt Sympathie. Neben Funk wirken der Leiter des städtischen Revisionsdienstes und der SPD-Fraktionsvorsitzende als Einheit, obgleich der Einzelbewerber auf der Bühne als gleichwertiger Konkurrent akzeptiert wird.

Der Auftritt: Tim Kurzbach ist es gewohnt, vor Gruppen unterschiedlichster Art zu sprechen. Der 37-Jährige erklärt, er sei noch sehr nah dran an der Jugend, weil er noch regelmäßig im Dialog mit Jugendlichen stehe. Bei den Ausführungen achtet der Sozialdemokrat mit seiner Wortwahl darauf, dass sie bei den jungen Zuhörern auch verständlich ankommen. Frank Feller gibt sich anfangs locker, neigt im Verlauf der Diskussion jedoch dazu, sich im Fachwissen und damit die Aufmerksamkeit des Publikums zu verlieren. Friedhelm Funk fasst sich mit der Erfahrung eines Journalisten bei seinen Statements bewusst am kürzesten.

Die Unterschiede: Die Unabhängigkeit sei der größte Unterschied zwischen ihm sowie dem CDU- und SPD-Kandidaten: "Ich muss keinem einen Gefallen tun", sagt Friedhelm Funk. Kurzbach und Feller sind sich einig, dass sie beide gar nicht so viel unterscheide. Kurzbach schränkt ein: "Bei verschiedenen Themen haben wir andere Positionen, und wir setzen die Prioritäten unterschiedlich". Kurzbachs Schwerpunkt sei das offensive Marketing eines lebenswerten Solingens, Fellers bevorzugtes Projekt die Verbesserung der Bedingungen für die Wirtschaft: "Wenn es einer Stadt gut gehen soll, muss es den Unternehmen gut gehen." Funk nannte die Rückkehr zur Selbstständigkeit der Stadt über den Abbau der Schulden als seine Priorität.

Quelle: RP
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