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Solingen
Eine Sekunde abgelenkt - fatale Folgen

Solingen: Eine Sekunde abgelenkt - fatale Folgen
Wer als Autofahrer bei Tempo 50 nur eine einzige Sekunde abgelenkt ist, steuert 14 Meter auf "Blindflug". Das kann für Fußgänger fatale Folgen haben, wie die Polizei-Verkehrsberater Uli Schmidt und Kathrin Grastat bei der Sicherheitsaktion auf dem Alten Markt demonstrierten. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Polizei appellierte gestern mit einer eindrucksvollen Sicherheitsaktion zur Reaktionszeit am Alten Markt in der City, sich nicht ablenken zu lassen und die volle Konzentration auf das Geschehen im Straßenverkehr zu behalten. Von Günter Tewes

"Tack, tack" - gleichförmig schlägt das Metronom im Sekundentakt auf der Motorhaube des Streifenwagens. "Tack, tack". Eine Sekunde, das ist nur ein kurzer Augenblick; und doch kann er tödlich enden, wenn sich der Fahrer am Steuer seines Autos auch nur einen Moment ablenken lässt, um das Navi zu bedienen, zum Handschuhfach zu greifen, die lärmenden Kinder auf den Rücksitzen zu ermahnen - oder eben, wie so häufig, das Smartphone zu beachten, wie die Polizei-Verkehrserzieher Uli Schmidt und Katrin Grastat betonen.

Mit einer eindrucksvollen Aktion zur Reaktionszeit am Alten Markt in der City appellierte die Polizei gestern, sich nicht ablenken zu lassen und die volle Konzentration auf das Geschehen im Straßenverkehr zu behalten. Vor dem Streifenwagen war nämlich eine 14 Meter lange Straßenfläche ausgelegt - darauf die Silhouetten eines spielenden Kindes und eines Jugendlichen auf dem Skateboard, einer alten Dame mit Rollator und einem Hund. Sie alle hätten keine Chance, wenn der Autofahrer bei Tempo 50 nur eine einzige Sekunde abgelenkt wäre. Denn dann ist er 14 Meter im Blindflug unterwegs.

"Die Aktion ist gut", sagt Erich Korn, der wie viele andere Einkaufende spontan stehenbleibt.

Michael Bartsch, Leiter der Verkehrsunfall-Prävention im Bergischen Polizei-Präsidialbezirk, spricht von einer wachsenden Gefahr. "Das Problem der Ablenkung im Straßenverkehr nimmt zu", erläutert er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das betrifft freilich nicht nur Autofahrer, sondern ebenso Fahrradfahrer oder Fußgänger, die andere beziehungsweise sich selbst dadurch in Gefahr bringen. "Das kann fatale Folgen haben", warnt Bartsch.

Experten sehen indes heute in Smartphones die Hauptursache für Unfälle durch Unaufmerksamkeit. Am besten, empfiehlt Katrin Grastat, beim Autofahren das Handy erst gar nicht im Sichtbereich liegen haben und komplett auf lautlos stellen. Sobald ein Anrufsignal erklingt, berichtet Uli Schmidt, ist man doch als Autofahrer schon neugierig geworden und schaut zur Seite. Will man doch zumindest wissen, wer die SMS oder die Whats-App-Nachricht schickt. Doch es wird nach seinen Worten entscheidend, den Blick stets auf das Geschehen auf der Fahrbahn beziehungsweise vor sich im Straßenverkehr zu haben und sich nicht eine Sekunde ablenken zu lassen. "Wir nehmen weit über 90 Prozent der Verkehrswelt über die Augen auf."

Quelle: RP
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