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Eine typisch Solinger Debatte

Meinung | Solingen. Die Debatte um die A 3 gehört - zurückhaltend formuliert - zu den größten Merkwürdigkeiten Solinger Politik. Denn keine andere Stadt würde sich wohl die Chance auf eine gute Autobahnverbindung entgehen lassen, wenn die Trasse seit Jahren feststeht.

Doch betrüblicherweise sind wir in Solingen. Was zur Folge hat, dass die dringende Verbesserung längst unter ideologische Räder geraten ist. Die Grünen argumentieren zum Beispiel (zuletzt im Rat), Anwohnern seien neue Straßen nicht zuzumuten. Wobei man der Partei gar nicht Interessenpolitik für ihre "bürgerliche" Klientel vorwerfen muss. Nein, es reicht darauf hinzuweisen, dass Lärm durch Schutzwände abgefangen werden kann. Zumal es vielleicht auch mal gut wäre, an jene Menschen zu denken, die heute, etwa an der Aufderhöher Straße, unter Dreck sowie Krach leiden. Und ein weiterer Einwand der Grünen, es drohe mehr (Durchgangs-)Verkehr, zieht ebenfalls nicht. Denn abgesehen davon, dass man Schleichwege überwachen kann: Sollten Lkw-Fahrer später auf die Idee kommen, über die neuen Straßen und die "Vieh" zur A 46 abzukürzen, würden sie schnell merken, dass sie in Gräfrath staubedingt nur Zeit verlieren.

Völlig abstrus wird es aber, sobald Grüne behaupten, die Straßen seien überflüssig, da das Auto ein Auslaufmodell sei. Die Grünen sind doch die größten Fans von E-Autos, denen angeblich die Zukunft gehört - und die ja, dann übrigens lautlos, auch irgendwo fahren müssen. Machen wir uns nichts vor: Die Lage der A 3 stammt aus den 30er Jahren, als es viel weniger Verkehr gab. Solingen braucht einen guten Anschluss. Und darum ist es zu begrüßen, dass CDU-Mann Hardt diese typisch Solinger Debatte weiter am Leben hält.

martin.oberpriller@solinger-morgenpost.de

Quelle: RP
 
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