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Solingen
Einkaufserlebnis mit Schönheitsfehlern

Solingen: Einkaufserlebnis mit Schönheitsfehlern
Die Weihnachtspyramide aus der Partnerstadt Aue FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Zum ersten Mal lud der Einzelhandel am Samstag vor dem 1. Advent zum "Einkaufen bei Kerzenschein." Auch die Weihnachtsmärkte hatten länger offen. Nicht alle Händler zogen mit. Von Alexander Riedel

Unter lauten "Ah's" und "Oh's" brachten Oberbürgermeister Tim Kurzbach und sein Amtskollege aus Aue, Hans Beck, die Lampen der Erzgebirgspyramide am Alten Markt zum Leuchten. Zum 24. Anschieben des Schmuckstücks aus der Solinger Partnerstadt hatten sich viele Schaulustige auf dem Platz versammelt, naschten ein Stück vom kostenlos verteilten Weihnachtsstollen und lauschten den Klängen der Solinger Jagdhornbläser - oder sangen selbst Weihnachtslieder mit. Und dabei bekamen sie reichlich Unterstützung: Sänger diverser Chöre hatten sich auf dem Alten Markt eingefunden, um gemeinsam mit einer Gruppe von Einzelhändlern musikalisch die Adventszeit einzuläuten.

Doch damit war das feierliche Programm in der Innenstadt am Samstag noch lange nicht vorbei: Der Werbe- und Interessenring Innenstadt (W.I.R.) lockte die Solinger zum "Einkaufen bei Kerzenschein" ins Stadtzentrum.

Zum "Einkaufen bei Kerzenschein" lockte der Werbe- und Interessenring Innenstadt (W.I.R.) die Solinger ins Stadtzentrum. FOTO: Martin Kempner

Dabei ließen viele Einzelhändler ihre Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet und sorgten mit Kerzen in den Schaufenstern oder Laternen vor dem Eingang für eine heimelige Atmosphäre. Ähnlich wie an verkaufsoffenen Sonntagen boten einige Anbieter auch Rabattaktionen.

"Aus beruflichen Gründen bleibt uns ohnehin nur das Wochenende zum Einkaufen, und den Samstag über konnte man andere Dinge erledigen", lobte Susanne Wolter den langen Verkaufstag. Mit ihrem Ehemann hielt sie am Abend bei Expert Schultes Ausschau nach einem neuen Radio.

"Anschließend wollen wir auch noch bei Chestnut nach Kleidung sehen und eine Runde über die Weihnachtsmärkte drehen", verriet sie. Auch die Holzbuden mit Gaumenfreuden und Kunsthandwerk in den Clemens-Galerien und am Fronhof waren passend zum langen Samstag bis 22 Uhr offen.

"Es ist schön, dass die Geschäfte so geschmückt sind", sagte Johann Papalla, der mit seiner Frau Bernadette den Abend ebenfalls zum gezielten Einkauf nutzte. "Normalerweise machen wir das eigentlich nicht", gab er zu und bekräftigte: "An verkaufsoffenen Sonntagen gehe ich nicht einkaufen - irgendwann muss man ja auch Ruhe haben."

Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen für das Rheinland, äußerte sich insgesamt zufrieden mit den Umsätzen der Händler in der Region am ersten Adventssamstag: "Fast überall wurden die Ergebnisse des Vergleichstages aus dem Vorjahr erreicht oder leicht überschritten." Für die Initiatoren der Einkaufsaktion in Solingen gab es dennoch einen Wermutstropfen: Denn beileibe nicht alle Händler hatten sich den längeren Öffnungszeiten angeschlossen. Hell erleuchtete Ladenlokale und solche mit heruntergelassenen Rollgittern wechselten sich ab.

"Insgesamt hat der Abend nach dem guten Geschäft im Tagesverlauf nicht das gebracht, was wir uns erhofft hatten", räumte Detlef Ammann, Inhaber von Modepartner und Vorsitzender der W.I.R., ein. Die Gesangsaktion des Vereins gemeinsam mit den Chören bezeichnete er hingegen als Erfolg.

Und am Alten Markt erinnerte die Initiative "Solinger helfen Solingern" daran, dass Weihnachten eben mehr ist als eine Konsumveranstaltung: Zwischen Strohballen bildete die Gruppe eine "lebendige Krippe" und demonstrierte für Frieden, Freiheit und Toleranz.

Quelle: RP
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