| 00.00 Uhr

Solingen
Endspurt beim Ideenwettbewerb

Solingen: Endspurt beim Ideenwettbewerb
Omega-Projektleiter Carsten Zimmermann (r.) im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol. FOTO: Kempner Martin
Solingen. Gewerbe, Büros, Wohnungen und die Ansiedlung von Dienstleistern stellen sich die vier Architekturbüros für das alte Kieserling-/Omega-Gelände vor. Selbst ein Hotel wird nicht ausgeschlossen. Von Uwe Vetter

"Keiner reißt alles ab, aber keiner lässt auch alles stehen", sagt Projektleiter Carsten Zimmermann mit Blick auf die ehemaligen Kieserling-Hallen und das heutige Evertz-Gelände im Bereich Birkenweiher/Kölner Straße/Flurstraße nahe der Innenstadt. Im Rahmen eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs wird das rund drei Hektar große Gelände, zu dem auch die alte Omega-Fläche gehört, derzeit von vier Architekturbüros entwickelt. Zumindest auf dem Papier. Mitte Dezember tragen die vier Teams ihre Ergebnisse einer Jury vor, die wiederum der Stadt und der Politik dann eine Empfehlung gibt, welche Möglichkeiten auf dem Areal umgesetzt werden könnten. Oberbürgermeister Tim Kurzbach wünscht sich jedenfalls eine tragfähige und nachhaltige Lösung, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen schafft.

Im Juli haben die Architekturbüros die Arbeit aufgenommen, im September wurden erste Entwürfe vorgestellt, die Stadt präsentierte das Omega-Quartier auch auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real in München - als Filetstück der Stadtentwicklung.

Vorgaben gab es für die vier erfahrenen Planungsbüros keine. "Außer, dass Einzelhandel ausgeschlossen ist und eine gewerbliche Nachnutzung Vorrang hat", sagt Projektleiter Carsten Zimmermann vom Büro des Oberbürgermeisters (Strategische Planung/Standortentwicklung). "Wir haben auf der Expo Real mit Investoren gesprochen und die Ergebnisse dieser Gespräche an die vier Teams weitergeben", sagt Zimmermann. So sollte gewährleistet sein, dass die Hinweise der Investoren mit in die Planungen einfließen. Auch Anregungen von Bürgern wurden mit aufgenommen.

Für die früheren Mitarbeiter des Maschinenbau-Unternehmens Kieserling gab's auch Waschgelegenheiten im Unternehmen. FOTO: martin kempner

Denn Investoren braucht es, um das innerstädtische Gelände zu entwickeln. Mit einigen Investoren habe man zudem Besichtigungen vor Ort unternommen. Die Architekturbüros mussten nach dem Zwischenkolloqium im September auch ein Regie-Skript abliefern und für ihre Entwürfe einen wirtschaftlichen Stresstest durchführen. "Mit dem städtebaulichen Ideenwettbewerb haben wir unser Ziel erreicht und viel Aufmerksamkeit bekommen", sagt der Projektleiter, "das ist ein Erfolg, zumal Investoren zuvor nicht gerade Schlange standen". Manche davon hätten sich aber nun für das gesamte Gebiet interessiert, andere wiederum nur für einzelne Bausteine.

Ein "urbanes Quartier" mit innovativen Unternehmen will der Projektleiter auf der ehemaligen Kieserling- und Omega-Fläche umgesetzt sehen. "Primär gewerbliche Nutzung", sagt Carsten Zimmermann. Aber aber auch Wohnungen, Büros und Dienstleistungen könnten entstehen. "Einige Architekturbüros schließen in ihren Entwürfen ein Hotel sowie sportliche Nutzungen auf dem Gelände derzeit nicht aus." Der Projektleiter registriert überdies Anfragen für eine temporäre Zwischennutzung der derzeit leeren alten Gewerbehallen. Kunstwerke könnten dort ausgestellt werden, ein Foodmarkt wäre ebenfalls denkbar. "Das muss aber mit der Familie Evertz abgestimmt werden", sagt der Mitarbeiter des Büros des Oberbürgermeisters.

Er geht davon aus, dass 2017 zunächst die Planungsphase ansteht, wenn ein Entwurf am 15. Dezember von der Jury ausgewählt worden ist. Für 2018 erwartet Zimmermann erste Maßnahmen, die umgesetzt werden können. "Wir streben grundsätzlich eine schnelle Umsetzung der Ideen an, weil das Interesse sehr groß ist", sagt der 42-jährige Projektleiter, der selbst Architekt und Stadtplaner ist. Geklärt werden müsse überdies, ob ein neuer Bebauungsplan erforderlich ist. Das wiederum würde Zeit in Anspruch nehmen.

Das alte Omega-Gelände ist im Besitz der Wirtschaftsförderung, die Firma Evertz hat die Absicht, einen Großteil der Hallen am Birkenweiher zu veräußern. Erhalten bleiben aber die Evertz-Verwaltungsgebäude entlang der Straße Birkenweiher, überdies Musikschule und Volkshochschule. Mit einbezogen in den Ideenwettbewerb ist dagegen der Parkplatz neben dem Fahrradgeschäft Legewie.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Endspurt beim Ideenwettbewerb


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.