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Solingen
Erfolgreiche Azubis bei Windmühle

Solingen: Erfolgreiche Azubis bei Windmühle
Die Azubis bei Herder (v.l.): Chris van Hofe, Sabrina Keles, Hym Soo Kang, Burhan Turan, Christoph Gerhards. FOTO: M. Kempner
Solingen. Ende Juni legten fünf Lehrlinge in drei Berufen ihre Prüfungen ab. Das Unternehmen unterstützt den Nachwuchs unter anderem mit Nachhilfe im Betrieb. Die Ausbildung des eigenen Nachwuchses gehört zum Selbstverständnis der Firma. Von Maxine Herder

Hinter Sabrina Diana Keles, Chris van Hove, Hym Soo Kang, Christoph Gerhards und Burhan Turan liegen anstrengende Wochen - die sie vor allem am Schreibtisch verbracht haben: Ende Juni haben die fünf ihre Ausbildung bei Herder Windmühlenmesser erfolgreich abgeschlossen. Das viele Lernen hat sich gelohnt: Alle fünf werden vom Unternehmen übernommen - Chris van Hove und Hym Soo Kang als Fachkräfte für Metalltechnik, Christoph Gerhards und Burhan Turan als Teilezurichter, Sabrina Diana Keles als Industriekauffrau.

Die Ausbildung des eigenen Nachwuchses, sie ist ein Teil des Selbstverständnisses von Herder Windmühlenmesser, sagt Giselheid Herder, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Cousin Frank Daniel Herder führt. "Wir bilden jedes Jahr aus und haben jetzt bereits vier Lehrlinge für das nächste Lehrjahr aufgenommen", so die Geschäftsführerin. "Wir haben uns längst den Ruf gemacht, unseren kompletten Nachwuchs selbst auszubilden." Zwei Mal, 2010 und 2013, ist Windmühlenmesser dafür bereits mit dem Bergischen Ausbildungspreis ausgezeichnet worden. Ein Erfolg, der nicht von ungefähr kommt: Bereits seit Jahren hat sich das Unternehmen auf den absehbaren Fachkräftemangel eingestellt und steuert ganz gezielt dagegen.

"Für uns ist es nicht problematisch, Auszubildende zu finden. Wir suchen sehr intensiv, haben seit 15 Jahren ein Netzwerk aufgebaut. Wir nutzen bei der Suche ganz gezielt die Kooperation mit Bildungsträgern, der IHK, der Arbeitsagentur und Schulen", sagt Geschäftsführer Frank Daniel Herder. "Bisher hatten wir immer guten Zulauf, und das, obwohl gerade die Berufe in der Schneidwarenindustrie ja regional bindend sind, was es vielen jungen Leuten doppelt schwer macht, sich dafür zu entscheiden." Für Hym Soo Kang war indes klar, dass er nur bei Windmühlenmesser seine Ausbildung machen möchte. Zwei Mal ist der 32-Jährige für die Bewerbung extra aus Südkorea nach Solingen gereist. "Die Ausbildung hat meine Vorstellung auf jeden Fall erfüllt", sagt er. Auch Chris van Hove (25) ist begeistert: "Wir haben eine super Ausbildung bekommen. Ich würde das jederzeit wieder machen."

Teil des Ausbildungskonzeptes im Unternehmen ist dabei nicht nur die konsequente Betreuung der Auszubildenden, sondern auch schulische Nachhilfe im Betrieb. "Wir bieten als Firma Nachhilfe an, in der Schulstoff wiederholt wird", erläutert Frank Daniel Herder. Dirk Hedke, früher Ausbilder in der IHK-Lehrwerkstatt und anschließend bei Zwilling, unterstützt Windmühlenmesser seit seiner Pensionierung bei der Ausbildung, gibt den jungen Leuten Rechen- und Verständnisaufgaben, bearbeitet mit ihnen den Dreisatz, sie haben Hefte zu führen und abzugeben. Maßnahmen, die insbesondere in der Zukunft eine immer größere Bedeutung erlangen werden. Denn durch neue Berufsprofile im Metallbereich steigt der Anspruch in der Ausbildung. "Die Auszubildenden, die bereits in der Lehre waren, konnten noch die alte Prüfung machen. Aber wir haben jetzt schon den Schwierigkeitsgrad kennengelernt, es klafft ein gutes, halbes Lehrjahr zwischen dem, was nicht gelehrt, aber geprüft wird. Hier kommen große Probleme auf die Betriebe zu", befürchtet Giselheid Herder.

Quelle: RP
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